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17.05.2019, Jamal Tuschick

Grundgesetz Art. 3, Abs. 3: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Beobachtungen von der Fensterbank - Ein Beitrag von Alma Dewerny

Ich sitze auf der Fensterbank im Coworking Space von Media Residents; in einem Raum, der Platz für öffentliche Ideen sowie Diskussionen bietet, die Redaktion beherbergt und als Fernsehstudio dient.Wenn sich die Tür zu Media Residents öffnet, begegne ich einer Fotografin aus Mexiko, einem Filmemacher aus Kamerun und einer Journalistin aus dem Iran. Die Welt ist sprichwörtlich zu Gast, um ihre Geschichten zu erzählen.„Ich wünsche mir mehr kulturelle Vielfalt.“Geschichten, die überwältigend und erschreckend sind. Geschichten, die erzählt werden müssen. Sie handeln von Gesellschaften und Systemen, die sie unterdrücken, die sie und ihre Arbeit als Journalist*innen nicht respektieren. Ich verstehe, warum sie zu uns gekommen sind und will, wie sie selbst und das gesamte Team, dass ihre Perspektive gelesen, gehört und gesehen wird. Nicht von oben herab und ohne Mitleid.Wenn wir hier bei Media Residents mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen, geht es, bezogen auf ihre Arbeit oft darum, dass eben nicht ihre Perspektive oder ihre Vision, sondern ausschließlich ihre Herkunft gefragt sind. Zu Kultur, Sport, Lifestyle publizieren die Deutschen. Bei den Themen Flucht und Integration, dürfen sich auch die Geflüchteten äußern; als Opfer und Betroffene, aber selten als Journalist*innen.

Der Beitrag erschien zuerst hier

Ich wünsche mir mehr kulturelle Vielfalt. Auch mir hat es der Journalismus angetan. Hier sehe ich meine Zukunft. Wie privilegiert ich bin, musste ich erst während meiner Arbeit im Coworking Space lernen. Doch niemanden zu benachteiligen oder zu bevorzugen, egal aus welchem Grund, ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Grundgesetzes und sollte eigentlich das Fundament unserer Gesellschaft sein. Ich wünsche mir mehr kulturelle Vielfalt in der Berichterstattung, mehr Diversität in den Redaktionen und dass die niedergeschriebene Chancengleichheit auch für Medienschaffende aus Mexiko, aus Kamerun und dem Iran gilt.

Alma Dewerny hat bei Media Residents ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur gemacht. Dort lernte sie das redaktionelle Arbeiten, das Planen von Events und das Netzwerken. Inzwischen studiert sie Politik und Wirtschaft und arbeitet nebenbei als freie Journalisten. Doch die meiste Zeit ist sie auf der Fensterbank des Media Residents Coworking Space anzutreffen, dort arbeitet sie nach wie vor im Media Residents Team und freut sich über jeden der die Tür zum Coworking Space öffnet.

Ein Projekt von: Gesicht Zeigen! ruft auf, zeigt an, greift ein – für ein weltoffenes Deutschland. www.gesichtzeigen.de 

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