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23.05.2019, Jamal Tuschick

Rassismus macht nicht nur Diskriminierte, sondern auch Rassist*innen selbst sauer. Viele wollen nicht sein, was sie sind. Sie verweigern der Realität ihrer rassistischen Empfindungen die Anerkennung. Das zeigt Tupoka Ogette in ihrem interaktiven Lese- und Lernbuch „Exit Racism: Rassismuskritisch denken lernen“.

Abwehr ist die erste Reaktion

Aus der Einleitung

Mein Name ist Tupoka Ogette. Ich bin freiberufliche Trainerin, Beraterin und Coach. Ich selbst bezeichne mich als „Expertin für Vielfalt und Antidiskriminierung“. Und, ach ja, ich bin Schwarze Deutsche. 1980 bin ich als Tochter einer weißen deutschen Mathematikstudentin und eines Schwarzen tansanischen Studenten der Agrarwissenschaften in Leipzig geboren. Ich bin quasi das Produkt einer binationalen „Freundschaft“ zwischen der damaligen DDR und Tansania. Diese Freundschaft endete damit, dass die Studenten nach Beendigung ihres Studiums umgehend wieder das Land verlassen mussten. Zusammen mit meiner Mutter bin ich 1988 aus der DDR nach Westberlin „ausgewandert“.

Tupoka Ogette, „Exit Racism: Rassismuskritisch denken lernen“, Unrast Verlag, 130 Seiten, 12.80 Euro

In Kreuzberg habe ich meine Jugend verbracht, um dann nach dem Abitur wieder nach Leipzig zum Studium zu gehen. Dort habe ich Afrikanistik und Deutsch als Fremdsprache studiert. Zum Thema Rassismus habe ich 36 Jahre ganz „praktische Erfahrungen“ ›gesammelt‹. Ich hatte viele Gelegenheiten, Rassismus am eigenen Leib zu spuren. Dazu kommt eine nun inzwischen fünfzehnjährige theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema. Seit etwa vier Jahren arbeite ich ganz konkret mit Menschen zu den Themen Diskriminierung, Vorurteile, Stereotype, verinnerlichte, bewusste und unbewusste Machtstrukturen in Bezug auf – nicht nur, aber vor allem – Rassismus. Ich arbeite mit großen Gruppen, kleinen Gruppen, berate Einzelpersonen. Ich werde in Schulen, Kitas, Vereine, große und kleine Unternehmen, Behörden und Verwaltungen eingeladen. Ich höre die Geschichten von Lehrerenden, Studierenden, Eltern, Manager*innen, Rettungssanitäter*innen, Polizist*innen, Richter*innen. Männern, Frauen, Erwachsenen und Kindern, Schwarzen, People of Color und weißen Menschen.

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