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03.07.2018, Jamal Tuschick

Heike Fröhlich - Meditation No. 3

Heike Fröhlich, fotografiert von Sabine Münch

Meditation No. 3

Nachts in der Mansarde. Du liegst wach, ausgestreckt im Bett, dein Blick fliegt aus dem Fenster. Das Zimmer ist dunkel, das dunkelblaue Rechteck ruht.

Engel: goldene Fabelwesen mit Flügeln, die kommen, um einen aus dem Fenster heraus mitzunehmen. Zornige Stirn, wie sie aussehen, Vogelwesen, Flügelwesen.

„Fürchte dich nicht!“ „Ihr seid nackig!“ „Ja, aber wir haben keine Erektionen!“

Und sie nehmen dich in ihre Arme, und sie steigen mit dir aus dem Fenster in die Nacht. Und während sie mit dir durch das nachtkühle Dunkelblau fliegen, schlenkert ihr Geschlecht sanft gegen dich. Und während er mit dir durch das kühlblaue Nachtdunkel fliegt, schlenkert sein Geschlecht sanft gegen dich. Und während Gabriels Geschlecht mit dir durch die kühlblaue Dunkelnacht fliegt, schlenkert ihr Geschlecht sanft im Gegenwind.

Unter dir die Stadt. Unter dir ab und zu ein kleine gelbe Quadrate. Unter dir die Dächer, die, gedeckt mit roten Schindeln, ihre Verbindung offenbaren. Unter dir hier und da kleine Schlote, die weiße Watte tuckern. Unter dir kleine Wölkchen, die weiß vorüber ruckeln. Und ruckelnde Dächer, wie der Bildausschnitt wechselt.

„Fürchte dich nicht!“ „Aber wenn ich nicht schlafen kann!“

Engel, die Schulter an Schulter die Luft glattkämmen. Engel, die Schulter an Schulter die Luft goldkämmen. Engel, der an der Schulter eine goldene Stelle hat für deine Wange. Engel, die ihre langen Haare über die Schultern fließen lässt wie Gold. Und ihre Stimmen, die läuten wie Gitarren: „Fürchte dich nicht!“

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