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22.07.2018, Jamal Tuschick

Lyrik als Lebenszweck

A.J. Weigoni

VerDichtung

Die Funktion der 'Dichtung' überlasse ich den Sanitärinstallateuren. Für die Bezeichnung des lyrischen Ausdrucks nutze ich das Wort VerDichtung. Für mich bedeutet Lyrik Lebenszweck, ein Ausdruck persönlicher und geistiger Freiheit als beständige Rebellion. Poesie ist weder das Schöne noch das Gute, doch freilich sollte sie das Wahre sein: die hörbare Passion im Widerstreit der Gefühle, eine Organisation von lyrischen Stimmen mit allen denkbaren Ausdrucksmitteln. 

Das Aufnahmestudio habe ich schon immer als Teil meines Schreibtisches verstanden. In der Medienpraxis bin ich zu der Einsicht gelangt, dass Sprache primär nichts Geschriebenes ist. Sie ist mehrdimensional. Das Manuskript bleibt eine Absichtserklärung, im Aufnahmeraum zeigt sich, was umsetzbar ist und vor allem, welche Inspirationen unter der Arbeit noch entstehen, die aus taubem Material den Funken zünden.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bildet die Poesie als literarische Ausdrucksform einen Gegenpol zur mentalen Versteppung und vermittelt geistige Orientierung. Meine lyrischen Textkompressionen bieten die Möglichkeit, sich die Kodierungen der Nachrichten‑ und Informationskanäle, der Bild-, Ton‑ und Filmarchive in intensiver Textausdeutung zu erschliessen.

Für den MAINLABOR-Blog reiche ich als Kritikbeispiel den Essay VerDichtung – Über das Verfertigen von Poesie, ein, in dem ich dichtungstheoretisch die poetologischen Grundsätze beschreibe. 


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