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25.08.2018, Jamal Tuschick

#WitoldGombrowicz

Ein nie wirklich entdecktes Juwel

Der Künstler als junger Mann - Eckart Britsch

Witold Gombrowicz ist ein polnischer Schriftsteller, der aber den größten Teil seines Lebens im Ausland (Exil) verbracht hat. Vor achtzig Jahren - 1938 - erschien sein berühmtester Roman "Ferdydurke". Es ist eine wunderbare, vielschichtige, clowneske Sprache und begründet den neuen Ansatz von Gombrowicz - von der Form zur Unform. Alle stehen auf einer Ebene, Autor, fiktionaler Erzähler, Romangestalten und der Leser. Das Leben entsteht gegen die Zurichtung der Formen und hat seinen Charme aus einer lebenslangen Unreife. Bei einer Reise nach Argentinien bleibt er in Buenos Aires. 1939 beginnt der zweite Weltkrieg. Erst 1963 kehrt er nach Europa zurück. Er und Ingeborg Bachmann werden ein Jahr auf Einladung der Ford-Stiftung in Berlin verbringen. Als gelernter Gentleman fällt er aus der Zeit und tut sich schwer mit der West-Berliner Szene. Als einzige erkennt Ingeborg Bachmann seine Größe. Beide verbindet die Schönheit der Diskretion. Er zieht nach Frankreich und heiratet Rita Labrosse. Ein Jahr währt das Glück. Dann stirbt er an Asthma. Er hinterlässt großartige Werke: " Die Besessenen", "Trans-Atlantik", "Pornographia", "Kosmos", "Berliner Notizen", Tagebücher etc. Zeit seines Lebens war er ein nie wirklich entdecktes Juwel der europäischen Avantgarde.

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