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08.09.2018, Jamal Tuschick

Internationales Literaturfestival - Die Ärztin Ma Thida war dabei, als im Gefolge von Aung San Suu Kyi 1988 ein Volk auf die Straße ging und „Demokratie“ skandierte, bis das Militär die Macht übernahm und Tausende tötete.

Zur Freiheit verurteilt

Ma Thida

Die Ärztin Ma Thida war dabei, als im Gefolge von Aung San Suu Kyi 1988 ein Volk in Burma auf die Straße ging und „Demokratie“ skandierte, bis das Militär die Macht übernahm und Tausende tötete. Aung San Suu Kyi gründete die Nationale Liga für Demokratie (NLD) und Ma Thida stieg in der Informationsabteilung ein. 1993 wurde sie zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt, von denen sie sechs Jahre absaß.

Ma Thida stellte sich der Haft mit der Erwartung, im Gefängnis die Muse zu finden, ein Buch zu schreiben. Das erlaubte man ihr nicht. Bis zu ihrer Verhaftung hatte sie äußere Freiheit geringgeschätzt. In ihrer Zelle erkannte sie, dass sie ihre Freiheit überhaupt nicht aufgegeben konnte. Sie war dazu verurteilt, frei zu sein in Einzelhaft.

„Ich glaube immer noch, dass mich niemand ohne meine Zustimmung verletzen kann.“

Sie sei in den Augen der Wärterinnen eine schlechte Gefangene gewesen, sagte die schreibende Chirurgin im Haus der Berliner Festspiele. Im Millimeter- und Sekundenbereich habe sie um Zuteilungen gekämpft und sich für andere Gefangene eingesetzt. Vor allem nutzte sie die Zeit, um sich in Vipassana Meditation zu schulen. Vipassana dient einer Praxis der Befreiung von der Reinkarnation. Ma Thida meditierte bis zu zwanzig Stunden am Tag.

Das berichtet sie in „Prisoner of Conscience“.

Vipassana Meditation helped me fully understand my inner self in order to detach myself toward a total liberation from samsara. Learning of myself via Vipassana mediation has indeed made me learn that there are only three basic truths―impermanence, suffering, and no self.

Everything is not permanent so there is only suffering – Nichts ist von Dauer und deshalb ist alles Leid - and these two concepts allows me to be indifferent to both the good and bad. Both are impermanent and cause suffering. So why should I feel overwhelmingly happy for having the good or inconsolable sorrow for getting the "bad"? If someone is indifferent to anything, this is liberation. This has helped me a lot in my response to any situation inside prison.

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