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27.11.2018, Jamal Tuschick

Arta Ramadani im Mainlabor und auf HR2

Into the Groove

Arta Ramadani und Blogkoordinator Jamal Tuschick in der Berliner Botschaft des Kosovo

Die Reise zum ersten Kuss - Eine Kosovarin in Kreuzberg

Arta Ramadani spricht die Leser*innen am Anfang des Romans direkt an. Die Geschichte könne überall auf der Welt spielen, behauptet die Autorin. Und dann erzählt sie gleich von serbischen Polizisten, die kosovarische Frauen behelligen und vielleicht auch auf eine sehr unangemessene Weise mit ihnen flirten. Era, die Erzählerin, versteht nicht, was die Polizisten zu ihrer Mutter sagen, weil sie serbisch sprechen und das Kind kein Serbisch kann. Wohl aber die Mutter. So fein wird auf die Besatzungsgeschichte angespielt.  

Era betet Madonna an. Sie liebt die Schokotörtchen ihrer Großmutter Emine. Ihr Vater geht für seine Überzeugungen ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung wandert die Familie nach Deutschland aus. Era glaubt, dass da die Milch und der Honig der Gleichheit und Freiheit fließen – und man keine Angst vor Polizisten haben muss.

Gemütlich sind die Prozesse der Migration trotzdem nicht. Die Fünfzehnjährige bezieht mit ihren Eltern ein Zimmer in einem Kreuzberger Flüchtlingsheim mit Gemeinschaftstoiletten. Spätestens da hört der große Umzug als Abenteuergeschichte auf, nur spannend zu sein.  

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