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17.12.2018, Jamal Tuschick

Gerasimos Bekas präsentierte seinen ersten Roman „Alle Guten waren tot“ im Gespräch mit Deniz Utlu auf der STUDIO-Я-Bühne des Berliner Maxim Gorki Theaters.

Olympischer Wimpernschlag

Gerasimos Bekas

Die Opposition bildete den Rat der Trotzigen.

Aris ist Grieche nach seinem Geburtsland, Deutscher nach seiner Sozialisation und außerdem das Produkt eines Projekts privathaftender deutsch-griechischer „Wiedergutmachung“. Helmut und Gitte haben Aris aus weltanschaulichen Gründen adoptiert. Schuldgefühle trieben sie und trübten das Wesen des Adoptierten. Im Jetzt des Romangeschehens ist Aris Altenpfleger. Seine Melancholie erzeugt Lebensmüdigkeit unter Greisen. Die Senioren gehen stiften, wenn Aris kommt.

Das erzählt Gerasimos Bekas in seinem ersten Roman „Alle Guten waren tot“. Daraus las er nun im STUDIO Я, dem Berliner „Kunstasyl für marginalisierte Themen und Denkweisen“ nach Studioangaben. Was heute im STUDIO Я besprochen wird, ist morgen in aller Munde. Das ist eine Avantgarde-Schmiede und kein Refugium für abseitige Betrachtungen. Bekas präsentierte da seinen Roman auch im Gespräch mit Deniz Utlu.

Gerasimos Bekas, „Alle Guten waren tot“, Roman, Rowohlt, 20,-

Sein Vortrag nahm mit dem Anfang vorlieb. Da kommt die Rede sofort auf die Eigenschaften pentelischen Marmors. Heiner Müller nennt diesen Marmor das „attische Material“. Bekas behauptet, man rutsche darauf besser als auf Eis. Zwischen Staatsversagen, Misswirtschaft und Konsultationen des delphischen Orakels seien die Möglichkeiten der „Vermeidung von Rutschunfällen“ erwogen worden. Die antiken Athener rutschten ihrer Vorsicht voraus. Herodot mischte sich ein. Schließlich bereitete das Thema vor einem „olympischen Wimpernschlag von zweitausend Jahren“ dem Wettbewerb als bürgerlicher Daseinsform den Weg. Bekas schreibt ungefähr:

Der Wettbewerb hat Athen erst groß und dann kaputt gemacht. 

Ein Geck namens Hypotimos schlug vor, Sklaven als trainierte und uniformierte „Gehwegbegleiter*innen“ einzusetzen. …

Auf der Gegenwartsleiste des Romans wird Aris von Frau Xenaki in ihre erste Heimat abgeschoben. Mit einem Koffer voller Schwarzgeld soll er Xenakis Enkelin Aphrodite heimsuchen. In Athen zieht Aris das Interesse von Stelios und Sakis auf sich. Stelios betreibt ein Wasserhäuschen ... 

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