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20.12.2018, Jamal Tuschick

Hala Alyan erzählt in „Häuser aus Sand“ die Geschichte von Flucht und Vertreibung als transgenerationellen palästinensischen Passionsweg. Alia wiederholt die Erfahrungen ihrer Eltern. Sie verliert ihre Heimat ...

Das Gefängnis der Sehnsucht

Auch Migration ist eine Klassenfrage. Finanzielle Mittel sind die erste Voraussetzung für Mobilität. Räumliche Bewegungen sind voraussetzungsvoll und bedürfen spezifischer Unterstützungsstrukturen. Sie brauchen Wissen über fremde Verhältnisse, Rechte (gesetzlich garantierte Bewegungsfreiheit), überlokal verwendbare Ressourcen und transnational wirksame Bindungen. Alia und Atef erfüllen die Bedingungen, als sie im Sechstagekrieg 1967 von Nablus nach Kuwait ziehen, so wie Alias Mutter Salma und ihr Vater Hussam 1948 von Jaffa in der Konsequenz von Kampfhandlungen nach Nablus geflohen waren.  

Hala Alyan, „Häuser aus Sand“, aus dem Englischen von Michaela Grabinger, Roman, Dumont, 395 Seiten, 24,-

Hala Alyan erzählt in „Häuser aus Sand“ die Geschichte von Flucht und Vertreibung als transgenerationellen palästinensischen Passionsweg. Alia wiederholt die Erfahrungen ihrer Eltern. Sie verliert ihre Heimat und wird von den Verhältnissen anderenorts verstimmt; obwohl sie es leichter hat, als jene, die in Flüchtlingslagern unterkommen müssen. Alia verliert in dem Gefängnis ihrer Sehnsucht nicht den sozialen Status.

Jahrzehnte später fliehen Alia und ihre Familie vor dem Golfkrieg weiter. 

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