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28.03.2019, Jamal Tuschick

Bei GERMANIA kommen Menschen mit Migrationsgeschichte zu Wort. Sie erzählen, wie es für sie war, sich in Deutschland zurecht zu finden oder auch wie es sich anfühlt, wenn man immer wieder gefragt wird wo man herkommt, obwohl man in Deutschland geboren ist.

Viola Fehn spricht mit den Macher*innen von #ichbingermania

Die Germania Redaktion (c) Steffen Jänicke

Germania porträtiert Menschen in Deutschland. Auch unsere Botschafterinnen Idil Baydar und Wana Limar wurden schon in Germania Episoden vorgestellt. Jetzt haben die Produzenten der Dokureihe eine neue Kampagne gestartet: #ichbingermania.
Hier kann sich jeder mit seiner Story bewerben, unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Dem Gewinner wird eine eigene Germania Episode gewidmet. Wie ihr euch bewerben könnt, verraten Nadja und Rico in unserem Interview.

Für alle, die Euch trotz des Grimme Online Awards noch nicht kennen: Was ist eigentlich GERMANIA?

Nadja: Bei GERMANIA kommen Menschen mit Migrationsgeschichte zu Wort. Sie erzählen, wie es für sie war, sich in Deutschland zurecht zu finden oder auch wie es sich anfühlt, wenn man immer wieder gefragt wird wo man herkommt, obwohl man in Deutschland geboren ist. Die für ihre gute Aussprache gelobt werden, obwohl deutsch ihre Muttersprache ist. Die davon berichten, wie es ist, zwischen zwei Kulturen zu aufzuwachsen und die sich weder zu der einen, noch zu der anderen richtig zugehörig fühlen.

Unser Zielgruppe sind vor allem Digital Natives, deswegen suchen wir als Protagonisten hauptsächlich Persönlichkeiten aus, die durch digitale Medien bekannt sind und für unsere Zielgruppe ein hohes Identifikationspotenzial bieten.

Wie groß ist euer Team? Wie viele Folgen gibt es inzwischen?

Nadja: Das Germania-Team besteht aus drei Redakteurinnen, zwei Social Media Beauftragten sowie einem flexiblen Pool aus festen und freien Kamera- und Tonmenschen sowie Cuttern. Mit Ende des Jahres wird das Team insgesamt knapp 100 Folgen produziert haben!

Gibt es jemanden, den ihr unbedingt in dem Format haben wolltet und wollt, aber bis heute hat es nicht geklappt?

Nadja: Wir stehen in engem Austausch mit unserer Community und versuchen immer, allen Wünschen gerecht zu werden. Beinahe seit Tag 1 fordern unsere Zuschauer eine Folge mit Bushido. Normalerweise sind wir mit der Wunscherfüllung sehr erfolgreich aber bei Bushido hat es bis heute leider noch nicht geklappt. Wir bleiben auf jeden Fall dran und köpfen den Redaktionsschampus, wenn’s soweit ist.

Und von den gedrehten Folgen, wer war die größte (positive) Überraschung? Was fandet ihr am spannendsten?

Nadja: Einer der spannendsten Drehs für uns als Team war Shkodran Mustafi, da mit dem Dreh eine Reise nach London verbunden war. Normalerweise reisen wir für unsere Portraits nur durch Deutschland – aber auch das ist immer wieder eine schöne Erfahrung. Es macht vor allem dann besonders viel Spaß, wenn die Protagonisten sich als Gastgeber in ihrer Heimat verstehen und wir mit dem Gefühl, einen persönlicheren Einblick in die Person und die Gegend erfahren zu haben, nach Hause fahren. Khalid Bounouar aus der Rebell Comedy Truppe beispielsweise hat uns außerdem mit einer riesen Tüte voll Aachener Printen nach Hause geschickt.

Ihr seid mit dem Format GERMANIA Teil des öffentlich-rechtlichen Netzwerks „funk“. Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Welche Vor- oder Nachteile hat die Zusammenarbeit konkret?

Nadja: Die Idee hinter GERMANIA stammt von Bastian Asdonk, dem Geschäftsführer von Hyperbole. „Funk“ ist vor allem für die Finanzierung des Formats zuständig und obwohl wir in engem Kontakt stehen, lässt uns „funk“ sowohl in der redaktionellen Arbeit als auch in der Umsetzung wahnsinnig viel Freiheiten, was die Zusammenarbeit sehr entspannt macht. Wir sind sehr froh, dass „funk“ unser Projekt von Herzen supportet und die Umsetzung überhaupt erst möglich gemacht hat!

Nach so vielen Folgen könnte man denken, es wird irgendwann langweilig, aber das Gegenteil ist der Fall. Wie gelingt euch die ständige Weiterentwicklung?

Nadja: Wie schon erwähnt, nehmen wir uns das Feedback der Community immer zu Herzen. Aus der Frage, warum wir eigentlich keine Deutsch-Deutschen zu ihrer Sicht auf das Land befragen, ist zum Beispiel unsere aktuelle Mini-Reihe “Germania Ost” entstanden. Generell versuchen wir uns nie auf dem Status quo auszuruhen, sondern immer wieder neue Sichtweisen zu eröffnen – sowohl inhaltlich als auch ästhetisch.

Aktuell läuft eure Kampagne #ichbingermania auf Instagram, in der sich Fans und Follower um eine eigene Episode bewerben dürfen. Wie kam es zu der Idee?

Rico: Auch hier entstand die Idee aus dem Feedback der Community. Wir bekamen immer wieder Anfragen und Vorschläge aus unserer Community für Protagonisten, aber auch Storys zu ihrer eigenen Person, die sie gerne mit uns teilen wollten. Letztendlich kamen wir den Wünschen unserer Community nach und haben das Format für jeden geöffnet, der oder die ihre Geschichte gerne öffentlich teilen wollen. Natürlich mussten wir das Ganze noch so nutzbar machen, dass der Mechanismus, die persönlichen Geschichten teilen zu können, relativ einfach ist und eine geeignete Plattform finden, die die Storys auffindbar macht: Instagram. Wir freuen uns sehr über die liebevollen Geschichten unserer Community und machen sie für alle anderen sichtbar. Von Menschen des öffentlichen Lebens abgesehen, ist es uns wichtig, dass wir auch andere Menschen portraitieren, die Teil unserer offenen Gesellschaft sind.

Der Beitrag erschien zuerst hier

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