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01.04.2019, Jamal Tuschick

„Die Frau existiert politisch erst seit hundert Jahren.“

In „Sheroes – neue Held*innen braucht das Land“ verlangt Jagoda Marinić eine Radikalisierung der deutschen Frauenbewegung

Gleich zu Beginn rät sie ihren Leser*innen: „Empören Sie sich. Jede Empörung, jedes Missverständnis ist eine Gelegenheit zur Vertiefung der Kommunikation.“

Sheroes - Neue Held*innen braucht das Land“, S. Fischer Verlag, 124 Seiten, 12,-

Marinić plädiert für eine Ausweitung der #MeToo-Debatte. Wir sollten die Chance nicht verstreichen lassen, so ihr Credo, in dieser Kulturrevolution Köpfe rollen zu lassen. Machtmissbrauch im Einklang mit sexueller Nötigung war Jahrzehnte so ungefährlich für die Täter wie ein Cognac um elf, der Sekt ab zwölf und die Zigarette danach.

Ich habe Regisseure in ihrer Machtvollkommenheit erlebt. Dieses Wegwedeln von Leuten und das harsche Erheischen obskurer Liebesdienste. Und das waren nur TV-Figuren. Sie haben sich überlebt. An ihre Stelle sind Personen getreten, für die Teilhabe engagierte Praxis ist, in der die personelle Trennung von der Interessenvertretung plebiszitär und sukzessive überwunden wird. Marinić erwähnt weibliche Delegierte im US-amerikanischen Repräsentantenhaus, „mit Kopftuch, queer, dunkelhäutig“, die noch vor ein paar Jahren niemand für befähigt gehalten hätte, in der Sphäre der Macht zum Faktor zu werden. Für Marinić sind sie Sheroes, eine Wortschöpfung zwischen She & Hero.

Siehe auch meinen Beitrag zu der Veranstaltung mit Jagoda Marinić und Robert Habeck am Vorabend des Weltfrauentags im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei.

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