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11.04.2019, Jamal Tuschick

Permanent hört man Leute mittleren Alters (die in der Regel keinen Umgang mit Jugendlichen haben) lamentieren, dass junge Leute sich für nichts interessieren, nur in ihre Smartphones glotzen und keine Ahnung vom Leben haben. Das trifft bestimmt auch auf einige zu - gestern zitierte ich diesbezüglich meine Nichte.

Die wollen nur Schule schwänzen - Silke Borghøft schlägt eine Bresche in die Wand der Abwehr gegen Greta

Ist ja nicht so, dass ich mich als "Greta-Jünger" bezeichnen würde, aber was soll dieses ganze Rumgehacke auf einer 16jährigen, die ihre Meinung vertritt... Mit welcher sie im Recht ist.

Permanent hört man Leute mittleren Alters (die in der Regel keinen Umgang mit Jugendlichen haben) lamentieren, dass junge Leute sich für nichts interessieren, nur in ihre Smartphones glotzen und keine Ahnung vom Leben haben. Das trifft bestimmt auch auf einige zu - gestern zitierte ich diesbezüglich meine Nichte.

Aber dann tritt da ein Mädel 'ne Bewegung los und schafft es, andere zu motivieren, sich zu informieren und tausende von Jugendlichen auf die Straße zu bringen, um für eine bessere Zukunft für ALLE einzutreten.

Nee, die wollen nur Schule schwänzen.

Ich kenne etliche junge Leute, die sich in der Schule den Arsch aufreißen, am Wochenende nicht feiern, sondern lernen, und an den Fridays for Future Demos teilnehmen, weil es sie bewegt, weil es sie interessiert und weil sie etwas tun möchten.

Rechte Politiker hängen sich daran auf, weil sie damit auf Protestwähler spekulieren.

Menschen, die guten Gewissens weiterhin ihren SUV fahren, Billigfleisch essen und für 'nen 20er nach Malle fliegen wollen, bashen eine 16jährige, weil die logische Konsequenz ansonsten wäre, selbst etwas zu verändern und das macht Arbeit und das ist unbequem.

Ich lese soviele abartig böse und menschenfeindliche Kommentare zu diesem Thema und frage mich, wer mehr Zeit in sozialen Netzwerken verbringt, die Jugendlichen oder die ganzen Hater, die offensichtlich der älteren Generation angehören?

In der Geschichte der Menschheit waren es immer die jungen Leute, die Veränderung gebracht und voran getrieben haben. Und sie sind immer auf Widerstand gestoßen. Heute verehrt man Sophie Scholl als Heldin, damals wurde sie für ihre Aktivitäten hingerichtet. Die 68er hatten wenige Sympathisanten in der Bevölkerung, aber sie haben die verkrustete Denkweise der Altnazigeneration aufgebrochen und für mehr Demokratie gesorgt.

Wären Ende der 80er nicht weltweit junge Menschen auf die Straße gegangen und hätten "Free Nelson Mandela" skandiert, gäbe es die Apartheid in Südafrika wahrscheinlich heute noch.

Lasst die jungen Leute machen, unterstützt sie, eine Meinung zu haben und für diese auch lautstark einzutreten.

Und sie tun das nicht mit Haterkommentaren, sondern zumeist mit handfesten Argumenten.

Ich bin leider auch nicht genug der Umweltengel, der ich gerne sein möchte, aber je mehr ich mich mit den Sorgen dieser Jugendlichen beschäftigte, desto mehr hinterfrage ich mich und versuche Dinge zum Positiven zu ändern.

Jeder kann doch ein kleines bisschen dazu beitragen, dass diese Welt besser wird. Tut gar nicht weh und ist auch für die Nerven und das Herz besser, Greta und Gefolge gut zu finden und ernst zu nehmen, als immer nur alles schlecht zu machen...

So, frühzeitiges Wort zum Sonntag. Ich habe fertig!

 

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