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13.04.2019, Jamal Tuschick

Pressemitteilung

„Die Menschheit hat nur aufgrund von Migration überlebt. Mensch zu sein, heißt zu migrieren. Wir sind Homo Migratus.“ – Ben Okri

Am vergangenen Wochenende fand zum zweiten Mal das African Book Festival Berlin im historischen Kino Babylon in Mitte statt. 33 Autor*innen, Künstler*innen, Intellektuelle und Expert*innen der Buchbranche aus Afrika und der Diaspora folgten der Einladung von Kuratorin Tsitsi Dangarembga, ihres Zeichens preisgekrönte Schriftstellerin und Filmemacherin aus Simbabwe, in die deutsche Hauptstadt.

Am Donnerstagabend wurde das Festival feierlich eröffnet. Nach Grußworten der Kuratorin Tsitsi Dangarembga und der Organisatorinnen Karla Kutzner und Stefanie Hirsbrunner von InterKontinental hielt der renommierte Autor und Dichter Ben Okri, bis heute der einzige nigerianische Gewinner des Man Booker Prize, vor voll besetztem Saal eine packende Eröffnungsrede über Literatur und Migration, die ihm standing Ovations einbrachte. Anschließend sprach Okri mit TV-Moderator und Literaturkritiker Denis Scheck (ARD Druckfrisch) über seinen neusten Roman The Freedom Artist.

„Die Menschheit hat nur aufgrund von Migration überlebt. Mensch zu sein, heißt zu migrieren. Wir sind Homo Migratus.“ – Ben Okri

In den darauffolgenden Tagen standen die Podiumsdiskussionen unter dem Motto „Transitioning from Migration“. Es wurden literarische, politische sowie philosophische Themen diskutiert, wie das Überschreiten von Mediums- und Genregrenzen oder historisches Schreiben, die gesteigerte Mobilität von Texten im digitalen Zeitalter bei gleichzeitig eingeschränkter Bewegungsfreiheit der Autor*innen angesichts von Abschottungsprozessen und der Festung Europa, das Schreiben unter repressiven politischen Bedingungen, die Verantwortung von Schriftsteller*innen in Sachen Feminismus, die Bedeutung von queerem Schreiben für den afrikanischen Kontinent sowie verschiedene Ansätze eines Schwarzen Veganismus. Am Freitagabend präsentieren die drei talentierten Poet*innen und Performer*innen Harriet Anena, Safia Elhillo und Donald Molosi im atmosphärischen Foyer des Babylon ihre Wortkunst und am Samstagabend wurde im grünen Salon der Volksbühne nach einem Konzert des bekannten simbabwischen Dichters und Musikers Chirikure Chirikure zu den tanzbaren Klängen von Djane Pam Bam ausgelassen gefeiert.

Parallel zu den Podiumsdiskussionen bot das African Book Festival den 1.700 Besucher*innen im Rahmen der literarischen Zweiergespräche „Tête-à-Tête“ die Möglichkeit, jeweils eine*n Autor*in und ihr / sein literarisches Schaffen besser kennenzulernen. Auf diese Weise konnte das Publikum literarische Größen wie Tsitsi Dangarembga, Sefi Atta, Namwali Serpell oder Zakes Mda, junge aufstrebende Autor*innen wie Panashe Chigumadzi und Novuyo Rosa Tshuma sowie die hierzulande wenig bekannten, aber nicht minder interessanten Literaturschaffenden Thando Mgqolozana und Shadreck Chikoti hautnah erleben.

Im Foyer und rund um das Babylon standen die geladenen Gäste in regem Austausch miteinander und mit den Besucher*innen, signierten Bücher und posierten für Fotos mit ihren Fans und Kolleg*innen. Im Foyer und im Obergeschoss erwarteten die Besucher*innen Stände mit den Büchern der Festivalautor*innen und darüber hinaus, Kulinarisches, Kaffee und Produkte von lokalen afrikanischen und afro-deutschen Unternehmer*innen.

Berlin konnte sich erneut als weltoffene und gastfreundliche literarische Metropole präsentieren. Um es mit den Worten Ben Okris zu sagen: „Vor mehr mehr als 200 Jahren war Berlin Schauplatz des Wettstreits um koloniale Vorherrrschaft in Afrika. Heute wird an dieser Stelle Afrika zelebriert.“ 

 

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