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04.11.2019, Jamal Tuschick

Gorod (Stadt) und Garten haben denselben Wortstamm. Der eingeschlossene Raum definiert beide. In der Berliner Gropiusbau-Ausstellung „Garten der irdischen Freuden“ deuten zwanzig Künstler*innen das Motiv des Gartens als Metapher der Welt in einer prekären Gegenwart.

Ein Garten aus geköpften Flaschen

Ein Garten aus geköpften Flaschen

Hochgarten im Lichthof

Garten der Repression

Kämme übersteigend 

Hofgarten

Die Blume des Infantilen

Aus dem Ankündigungstext

Neben der klassischen Lesart des Gartens als einem Sehnsuchtsort voll meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten wird er in der Ausstellung als ein Ort der Dualität und des Widerspruchs begriffen: als ein Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Utopie und Dystopie, Harmonie und Chaos, dem Ausgeschlossen- und dem Teilsein – ein Paradies, dem das bedrohliche Gefühl der Vertreibung innewohnt.

Durch eine Vielzahl zeitgenössischer künstlerischer Positionen verhandelt Garten der irdischen Freuden soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, Klimawandel, Kolonialisierung, Globalisierung, Kapitalismus sowie Gentrifizierung und zeigt Strategien, die den Garten subversiv instrumentalisieren und so zum politischen Nährboden formen. Gleichzeitig sind Werke zu sehen, die den Garten in seiner poetisch-sinnlichen Dimension erfahrbar machen: Immersive Installationen und Videoarbeiten rufen eine intensive Naturfülle auf, verdeutlichen aber auch die Fragilität dieses paradiesischen Zustands.

In der Zusammenführung vom Paradiesischen und Katastrophischen zeigt sich die Ausstellung von Hieronymus Boschs Triptychon Garten der Lüste inspiriert, auf das auch der Titel Bezug nimmt. Die in der Nachfolge Boschs im Zeitraum von 1535 bis 1550 entstandene Version des Garten der Lüste, die im Gropius Bau zu sehen ist, bildet daher einen Ausgangspunkt der Ausstellung.

Mit Arbeiten von Maria Thereza Alves, Korakrit Arunanondchai, Hicham Berrada, John Cage, Tacita Dean, Nathalie Djurberg & Hans Berg, Futurefarmers, Lungiswa Gqunta, Libby Harward, Rashid Johnson, Yayoi Kusama, Louise Lawler, Renato Leotta, Isabel Lewis und LABOUR, Jumana Manna, Uriel Orlow, Heather Phillipson, Pipilotti Rist, Maaike Schoorel, Taro Shinoda, Zheng Bo sowie einem Gemälde aus der Bosch-Nachfolge

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