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09.11.2019, Jamal Tuschick

„Kometen Kometen“ - Erkundende Umkreisungen der neuen Gedichte von Şafak Sarıçiçek

Krokodilrückenblues

Requisite im Regen

Verkehrte Spreespiegelungen

Einfach zu sein, ein Hubschrauber unter Libellen, mehr nicht

... die Welt rauscht in Rennbahnen, sagt der Dichter

Was glaubst du denn, was hier schiefläuft, und wer die falschen Schuhe trägt? Wenn schon Mond, dann Blutmond. Deniz Utlu sitzt in der geheimen Gorki-Bar am Tresen, trinkt Maxim auf Eis und liest Şafak Sarıçiçek.

Deniz Utlu liest Şafak Sarıçiçek

Im Titel-Gedicht taucht ein Krokodilrücken mit Froschaugen aus dem Abwasser.

Şafak Sarıçiçek, „Kometen Kometen“, Gedichte, herausgegeben von Jürgen Brôcan, eof, 72 Seiten

Im Titel-Gedicht taucht ein Krokodilrücken mit Froschaugen aus dem Abwasser. Die amphibische Lebensform kehrt zurück, um sich endgültig durchzusetzen. Echsen sind sowieso schöner als Menschen. Ihre Panzerpaarungen haben es in sich.  

Die Beschäftigung mit den Kometen als work in progress

 Grüne Glut

Kein Gedicht ist bloß ein Spiel, sagt ein Gedicht namens „Spiel“. In Sarıçiçeks lyrischem Kosmos zieht sich Seide aus Gräsern. Ein Abendhimmel „labt sich“; wird Subjekt und bestimmend in der Rolle, die Sarıçiçek ihm zuschreibt. Vielleicht sollte man an dieser Stelle etwas zum Modus operandi sagen, doch lassen Sie uns lieber noch verweilen im Assoziativen.

Mitdenken, Mitdichten … sich einfühlen in etwas Hochgestimmtes ist wie

einem klassischen Konzert beizuwohnen. Die Sprache wird zum Saal so einladend. Rudelgeister tauchen auf. Verschossenes Pulver glüht grün nach.

Der angehende Jurist Sarıçiçek sammelt Indizien, die eine andere Wirklichkeit beweisen sollen.

*

Ein lyrisches Ich folgt der Spur seiner Zweifel über unsere Stellung im Gefüge der Welt. Es entspinnt sich etwas zwischen ignoriertem Dativ und Lupus: „Ist denn der Mensch wirklich dem Menschen Wolf?“

Die Beschäftigung mit den Kometen als work in progress

Meer aus verspielter Strenge

Das Monumentale eines Ameisenbaus – Ein lyrisches Ich wird mit jedem Gedicht weniger. In der summarischen Betrachtung suggerieren die Gedichte ein Mehr/Meer aus verspielter Strenge.

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