MenuMENU

zurück zu Main Labor

12.11.2019, Jamal Tuschick

Alltäglich widerspenstig - Postcolonial Poly Perspectives - ... und immer wieder muss sie die Kraft finden, vom Weg abzuweichen und die Trampelpfade des Körpers und einer ängstlichen Bequemlichkeit zu verlassen: das heißt, der Wiederholung zu widerstehen. So lautet eine Quintessenz in Pasquale Virginie Rotters Performance: im Rahmen einer von Chima Ugwuoke kuratierten Lesung im Theater Ballhaus Naunynstraße. Rotter trat gemeinsam mit Lahya S. Aukongo und To Doan unter tosendem Applaus auf.

The Intersectionality Beat

Von links: Chima Ugwuoke, Pasquale Virginie Rotter, Lahya S. Aukongo, To Doan

Scharfsinnige Empfindsamkeit

„Widerspenstigkeit wird dort alltäglich notwendig, wo es ununterbrochen nach Widerstand schreit.“

Das verkündet Lahya S. Aukongo. Ihre Ansage lautet:

„Wir fügen uns nicht. Wir machen es euch ungemütlich. Unser Widerstand hat Krallen.“

Was man der vielseitigen Künstlerin auf dem „no-rmativen Silbertablett“ serviert, kann sie nicht gebrauchen. Ein Blick in ihre „Seelenvorratskammer“ verdüstert sie. Sie betrachtet „scharf gemalte Malerei an Seelenwänden“.

Lahya S. Aukongo sagt:

„Die hiesige Geschichte kennt mich nicht.“

Lahya S. Aukongo bleibt gar nichts anderes übrig, als den herrschenden Verhältnissen den Kampf anzusagen. Aus dem Schmerz der Vereinzelung infolge existenzieller Faktoren, die zu Mehrfachdiskriminierungen einladen, erwächst eine unglaubliche Produktivität – eine scharfsinnige Empfindsamkeit – ein eigenständiges poetisches Universum.

The Intersectionality Beat

„Wer von euch musste sich schon einmal ent-rinnern?“ fragt die Dichterin … Erinnerungen aufgeben, weil sie falsch wurden in den Prozessen einer konsequenten Nicht-Annahme. Der Nicht-Annahme einer Person, die Schwarz - Behindert - Queer ist. Im Rock’n’Roll der Abweichungen entsteht große Kunst. Geben wir ihr einen Namen. Nennen wir sie The Intersectionality Beat.

Bald mehr.

Newsletter bestellen
Textland auf Facebook
Karten bestellen