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12.11.2019, Jamal Tuschick

Mainlabor-Pflichttermin: Die Macht der Bilder - Die Kamera als Kalaschnikowa einer friedlichen Revolution - Heute Abend ab 18 Uhr im Berliner Hauptstützpunkt der Heinrich Böll Stiftung.

Als die Angst die Seite wechselte - Und die Macht ihrer Ohnmacht gewahr wurde, hielten Siegbert Schefke und Aram Radomski den historischen Augenblick fest

Aus der Ankündigung

Seine Bilder gingen um die Welt: Im Herbst 1989 trickst der DDR-Bürgerrechtler und Regimekritiker Siegbert Schefke gemeinsam mit dem Fotografen Aram Radomski die Stasi aus und filmt heimlich die Montagsdemonstrationen in Leipzig. Die Aufnahmen spielt er westlichen Medien zu, so auch am 9. Oktober, als mehr als 70 000 Menschen durch Leipzig ziehen. Einen Tag später werden diese Bilder in den ARD-Tagesthemen ausgestrahlt. Damit sehen erstmals auch Millionen DDR-Bürger, was in ihrem Land vor sich geht und was ihnen die SED-Führung unter Erich Honecker verheimlicht. Nach der Wende wird Schefke, Mitbegründer der DDR-Umweltbibliothek, für seinen Mut und seine Verdienste um die deutsche Einheit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bambi. Heute lebt und arbeitet der aus Brandenburg stammende Fernsehjournalist in Leipzig. Jetzt hat Siegbert Schefke seine Geschichte aufgeschrieben. In dem im Berliner Transit Verlag erschienenen, von Maren Martell herausgegebenen Buch „Als die Angst die Seite wechselte – Die Macht der verbotenen Bilder“ schreibt er nicht nur über die spannenden Ereignisse im Herbst 1989. Er erzählt auch, wie aus einem Eberswalder Maurersohn ein dezidierter Kritiker des DDR-Regimes wurde, der nicht mehr auf eine Reform der DDR hoffte, sondern einen radikalen demokratischen Umbruch wollte und diesen mit sehr riskanten Aktionen mit in die Wege leitete. Siegbert Schefke: „Niemals wieder möchte ich von einem Staat gezwungen werden, mich vollkommener Presse-, Reise- und Meinungskontrolle unterwerfen zu müssen. Damit stempelt er nicht nur die Bürger unmündig, sondern schränkt sie in ihrer persönlichen Entwicklung und Freiheit massiv ein.“

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