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30.12.2019, Jamal Tuschick

"Welches Grab schützt mich vor meiner Jugend." - Heute vor vierundzwanzig Jahren starb Heiner Müller. Eckart Britsch erinnert an Müller mit des Meisters eigenen Worten.

Am 30. Dezember 1995 starb Heiner Müller als Klassiker. Es gibt unendliche viele lässige Zitate, grimmige Anekdoten und kalte Sprüche. Ich sehe aber, wie er immer mit heller Entdeckerfreude bei der Arbeit war, je trostloser, verbauter und/oder miserabler die Aussichten waren.

"Ich legte mich auf den Boden und hörte die Welt ihre Runden drehn im Gleichschritt der Verwesung."

"Ich bin ein Sieb. Immer mehr Worte fallen durch."

„Gestern habe ich auf meiner Haut einen toten Flecken gesehen, ein Stück Wüste: das Sterben beginnt. Beziehungsweise: es wird schneller.“

Die einzige Legitimation der DDR kam aus dem Antifaschismus, aus den Toten, aus den Opfern. (..) Ab einem gewissen Punkt fing es an, zu Lasten der Lebenden zu gehen. Es kam zu einer Diktatur der Toten über die Lebenden – mit allen ökonomischen Konsequenzen. Denn die Toten brauchen keine Jeans, keine Kiwis, keinen Walkman."

"Töten mit Demut, das ist der theologische Glutkern des Terrorismus."

"Luxus braucht Sklaverei."

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