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05.01.2020, Jamal Tuschick

#climatejustice - Seine Verführungskraft und politische Potenz bezieht der „Green New Deal“ aus der Ansage, dass wir zwar alles umstellen, jedoch unseren Lebensstil nicht ändern müssen, um auf dem Ticket der Klimagerechtigkeit in Generationen noch zu überleben.

Planetarische Sozialpolitik

Politisches Antidepressivum

Eingebetteter Medieninhalt

„Green New Deal“ spielt auf Franklin Roosevelts „New Deal“ an – einem als politisches Antidepressivum eingesetzten Arbeitsbeschaffungsprogramms. Übrigens riefen Roosevelts sozialdemokratische Interventionen, so behauptet es zumindest das Urgestein der Umweltbewegung Bill McKibben, bereits die ersten, noch rein akademischen Agenturen des Neoliberalismus auf den Plan. Die Reaktionäre, die heute in Trump ihren mächtigsten Promoter haben, formierten sich erstmals in einem Lesekreis und als Publikum um/von Ayn Rand (1905 – 1982). Die Schriftsteller lieferte den Marktradikalen, die in der globalen Erwärmung eine Erfüllungsgehilfin ihrer Exploitationsziele sehen, schlagende Argumente.   

Ayn Rand's philosophy of rational selfishness, limited government, individualism, and moral capitalism, expressed in her bestselling novels The Fountainhead (1943) and Atlas Shrugged (1957), has been deeply influential on libertarian and conservative thought.

Quelle: credoreference.com

Naomi Klein versus Ayn Rand - Auf der Gegengerade des Wälder fressenden Marktradikalismus formieren sich seit Jahren Aktivist*innen der Klimagerechtigkeit. Ihnen bietet „Green New Deal“ eine Hoffnung darauf an, dass wir die Weltwirtschaft in dieser Dekade im Geist ökologischer Verträglichkeit umbauen können, ohne auf dem Zahnfleisch der Vernunft unsere lieben Gewohnheiten opfern zu müssen. 

Die Aktivistin Naomi Klein exponiert in ihrer alle Motoren des Grand Changement hochfahrenden GND-Interpretation den engen Zusammenhang zwischen Umwelt- und Sozialpolitik. Klein fordert eine

Planetarische Sozialpolitik

Naomi Klein, „Warum nur ein Green New Deal unseren Planeten retten kann“, aus dem Englischen von Gabriele Gockel, Sonja Schuhmacher und Barbara Steckhan, Hoffmann und Campe, 351 Seiten, 24,-  

Apocalyptic Camp Saveur

Im Stil narrativer Geschichtsschreibung resümiert die Kanadierin die explosive Progression des Grève climatique Movement. Sie zitiert eine Schätzung, nach der an einem Freitag im März 2019 rund „2100 Klimastreiks* in 125 Ländern mit insgesamt 1.6 Millionen (mehrheitlich jugendlichen**) Teilnehmer*innen“ stattfanden. An die Spitze dieser Entwicklung stellt Klein eine Person. Sie spricht von „einem fünfzehnjährigen Mädchen, das in Stockholm den Anfang gemacht hat.

* Unerbittlich friedlich - Dem ständig betonten Revolutionscharakter zum Trotz erinnern viele Justice climatique-Environments an Kopenhagener Straßenszenen in den 1970er Jahren.

**Alterung ist ein Informationsverlust, sagt David A. Sinclair. Deshalb verstehen Ältere die Zukunft nicht. Das verunsichert sie. 

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