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07.01.2020, Jamal Tuschick

Storytelling ist eine Möglichkeit, Themen direkt in den Herzen und somit auch in den Gedanken seines Publikums zu platzieren. Im Gegensatz zu reinen Fakten setzten Geschichten bewusst Emotionen ein, um dem Publikum die jeweilige Botschaft zu verinnerlichen. Identifikation und Empathie sind hier die Trigger. Aber wie funktioniert das? Und lässt sich eine Storytelling-Strategie auch auf Social Media übertragen?

Storytelling mit Passion – Pia Kleine Wieskamp im Gespräch mit Viola Fehn

Das Interview erschien zuerst hier 

Pia: Meine Name ist Pia Kleine Wieskamp und ich arbeite im Bereich Kommunikation. Spezialisiert habe ich mich auf Digitale Kommunikation und Marketing. Mein Spezial- und Lieblingsthema ist Storytelling. In meiner Tätigkeit als Autorin, Trainerin und Speakerin berate, coache und trainiere ich Unternehmen und Personen ihre Kommunikationsziele zu realisieren.

Geschichten versuchen die Emotionen der Menschen zu erreichen

MR: Was bedeutet Storytelling für dich?

Pia: Storytelling ist ein sehr schwammiger Begriff. Für mich ist es nicht nur das zielgerichtete vermitteln von Botschaften mittels einer Story, vielmehr ist Storytelling ein Mindset. Es ist eine strategische Entscheidung, ob ich beispielsweise “nur” senden möchte oder zunächst dem Publikum zuhören möchte und sie in den Mittelpunkt stelle. Bestenfalls trete ich in einen Dialog mit dem Publikum.

MR: Gibt es kulturelle Unterschiede beim Storytelling?

Pia: Jain. Es wurde festgestellt, dass sogenannte Muster erfolgreicher Geschichte, wie die Heldenreise, weltweit existieren und verstanden werden. Jedoch spricht jede Geschichte die erfahrungswelt des Publikums an. Geschichten versuchen die Emotionen der Menschen zu erreichen. Diese sind oftmals durch Erziehung geprägt. Demnach gibt es auch kulturelle Unterschiede.

Wie hast du Media Residents kennengelernt?

Pia: Als ich dieses Jahr im Mai die Konferenz re:publica in Berlin besuchte, traf ich auf den Stand der Initiative “Gesicht zeigen!”. Dort machte ich nicht nur mit, sondern unterhielt mich mit Bastian Koch von den Media Residents.

MR: Bei unserer Fotokampagne #zeigtgesicht zum 70. Geburtstag des deutschen Grundgesetzes hast du ein Grundrecht ausgewählt, das dir besonders wichtig ist. Für welches Grundrecht zeigst du dein Gesicht und warum?

Pia: Ich habe den Artikel 1. Abs. 1 des Grundgesetzes gewählt: Die Würde des Mensche ist unantastbar. Die Wahl fiel mir erst schwer, aber in diesem Satz steckt eigentlich alles: Jeder Mensch ist würdevoll zu behandeln, egal woher er kommt, welches Geschlecht er hat oder welche Religion er ausübt.
Wird diese Regel nicht gelebt, dann nutzen auch Regeln wie die Gleichstellung der Frau nicht, denn es gehört mit zur Würde der Person, auch dementsprechend behandelt zu werden, ungeachtet des Geschlechts. Für mich ist es würdelos, Frauen weniger zu bezahlen oder Menschen auf der Flucht ertrinken zu lassen.

MR: Was gefällt dir an unserem Projekt, warum möchtest du uns supporten?

Pia: Nun, da Media Residents für “Netzwerk für Menschen mit Publikationshintergrund” steht, könnte es eine Idee von mir sein: Nicht nur, dass ich das Netzwerken, also den Austausch und das #VonEinanderLernen, liebe und lebe, ich publiziere auch als Autorin, Bloggerin, Fotografin und Storytellerin und kenne so Hürden, Tricks und gebe gerne Tipps. Das Thema Grundrechte und Demokratie ist bei diesem Workshop-Hintergrund besonders wichtig für mich, denn Medien und in den Medien publizierende Menschen sollten sich ihrer Verantwortung innerhalb der Gesellschaft wieder bewusster werden.

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