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22.01.2020, Jamal Tuschick

Seine Herkunft ist eine gewaltige Prise. Şafak Sarıçiçek verkörpert den Geist von Tortuga: dieser Briganten-Republik. Sein Lächeln ist Gold. Ihr werdet ihn bezahlen müssen. Ich kann euch jetzt schon sagen, das wird nicht billig. Sarıçiçek wird einmal ein hervorragender Anwalt sein und außerdem Dichterfürst. Wer, außer Goethe, fällt uns da ein. Noch streift Sarıçiçek unerkannt und abgerissen durch das Babylon von Istanbul, dieser kleinen Schwester von Ninive. Seine Wege sind Erkundungen. Ab und zu setzt der Agent eine Mitteilung ab. Das Mainlabor ist eine seiner Agenturen.

Wenn Satelliten Sterne küssen

Galata Turm, Passage in Beyoğlu, Armenische Kirche in Kadıköy

Sarıçiçek untersucht mit den Mitteln des Gedichts mehr als eine Sagbarkeitsgrenze. Er bewegt sich da, wo Kübra Gümüşay in ihrem sagenhaft schönen Buch „Sprache und Sein“ feststellt: „Es gibt Lücken. Zwischen der Sprache und der Welt. Nicht alles, was ist, kommt zur Sprache. Nicht alles, was geschieht, findet seinen Ausdruck darin.“ Ohne zu widersprechen, dementiert Sarıçiçek Gümüşays Ansage mit seinen neuen Gedichten*. Es muss möglich sein, zwischen Baum und Borke zu gelangen und den Ausdruck zu finden. Man kann doch keinen ernstnehmen, der da nicht dabei ist.

Lieber Şafak, wie ist das Wetter am Bosporus? Wo isst Du am liebsten? Wie sieht Deine Bleibe aus? Ist die Liebe vor Ort?

Kaffeeverkäufer in Kadıköy

*Şafak Sarıçiçek, „Jamsids Spiegelkelch“, Gedichte, mit Illustrationen von Deniz Sarıçiçek, edition offenes feld, 79 Seiten

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