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06.02.2020, Jamal Tuschick

Anlässlich des Thüringer Dammbruchs

In den 1950er Jahren reagierte der Kasseler Antifaschist und Friedenskämpfer Lothar Schirrmacher lyrisch auf die Selbstenttarnung der Nie-wieder-Krieg-Lüge jener Kräfte, die eine Wiederbewaffnung Deutschlands vorantrieben. Der jungen Republik schrieb Schirrmacher ins Stammbuch: „Hört des Verrates listig hohle Phrasen.“

Die FDP „hat in der Geschichte der Bundesrepublik erst einmal einen Ministerpräsidenten gestellt, 1952/53 in Baden-Württemberg. Ihr Mann damals hieß Reinhold Maier, er hatte 1933 für Hitlers Ermächtigungsgesetz gestimmt und erließ in seiner Amtszeit besonders viele Gnadenakte in Entnazifizierungsverfahren. Fast 70 Jahre dauerte es, bis nun wieder ein FDP-Politiker in Deutschland Ministerpräsident geworden ist - und indem der sich von Nazis wählen ließ, stellt er sich gleich in diese trübe Tradition.“ Süddeutsche Zeitung

Deutschland 1955 

Hört des Verrates listig hohle Phrasen

von Friedenswehr und deutschem Vaterland,

hör Lüge und Gewalt zum Sammeln blasen,

es spielt der Dummheit Kind auf allen Straßen

schon wieder Greifen mit der Totenhand.

 

Sieh, wie sie wieder neue Sensen schmieden

zur blut’gen Ernte jugendfrischer Saat.

Sie sagen: “für die Freiheit, für den Frieden“

und bringen neu der Völker Blut zum Sieden,

bis es verrinnt im Stahl- und Eisenbad.

 

Jetzt, Bruder, blutet neu die alte Wunde,

Verleumder halten prahlerisch die Macht.

Jetzt, Brüder, schlägt der Völker zwölfte Stunde,

Millionen schaun auf uns mit bleichem Munde,

ob unsre Reihen stehn auf Friedenswacht.

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