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06.02.2020, Jamal Tuschick

„Immer wenn sie uns über unsere Schwarze Kindheit ausfragen, sind sie ausschließlich an unseren Leiden interessiert ...“

Dekolonisierung ist nicht nur Protest

Das lyrische Ich memoriert die Matratze seiner Oma, die alle Geschwister, Cousinen und „den Morgengeruch der Nachbarskinder beim Namen“ kannte. Die Matratze avanciert zur Metapher für Genügsamkeit und Lebensfreude aus Gemeinschaftssinn. Das Ich wendet sich gegen ein zentrales Du voller Vorurteile und Protesterwartungen.

Aus der Vorschau

In Kollektive Amnesie beschäftigt Koleka Putuma sich mit dem Schwarz- und Frau-Sein und taucht dabei unerschrocken in die Geschichte ihres Landes ein. Ihre Gedichte fordern Gerechtigkeit, pochen auf Sichtbarkeit und bieten Heilung. Putuma erforscht in ihnen Konzepte von Autorität – in akademischer Welt, Religion, Politik und Beziehungen –, um zu fragen, was wir gelernt haben und was wir verlernen müssen.

Trauer und Erinnerung, Schmerz und Freude, Sex und Selbstliebe machen Kollektive Amnesie zu einer kraftvollen Würdigung und Offenbarung all dessen, was vergessen und ignoriert worden ist – sowohl in der südafrikanischen Gesellschaft als auch in uns selbst.

Koleka Putuma, „Kollektive Amnesie“, aus dem Englischen und mit einem Nachwort versehen von Paul-Henri Campbell, Verlag Das Wunderhorn, 202 Seiten, 22,-

Koleka Putuma wurde 1993 im südafrikanischen Port Elizabeth geboren. Im Sturm eroberte die preisgekrönte Dramatikerin und Spoken-Word-Künstlerin die südafrikanische Literaturwelt mit ihrem Lyrik-Debüt Collective Amnesia, das 2017 zum City Press Book of the Year ernannt wurde. 2016 erhielt sie den PEN South Africa Student Writing Prize, 2017 den Rising Star Award bei den Mbokodo Awards und 2018 wurde sie vom Forbes Magazin in die Liste der 30 vielversprechendsten afrikanischen Kreativen unter 30 aufgenommen. Koleka Putuma lebt derzeit in Kapstadt.

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