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07.02.2020, Jamal Tuschick

Stellen Sie sich vor: Franz Hessel flaniert am Landwehrkanal bis zum Potsdamer Platz, Robert Walser arbeitet in der Galerie Paul Cassirers, Rilke schwärmt für Henry van de Velde, Irmgard Keuns "kunstseidenes Mädchen" sitzt im Café Josty und aus dem VOX-Haus an der Potsdamer Straße tönen die neuen Couplets der "goldenen Zwanziger Jahre". Tilla Durieux und Paul Cassirer, Marie von Bunsen, Herwarth und Nell Walden, Harry Graf Kessler, Walther Rathenau und Gerhart Hauptmann - sie alle waren im alten Berliner Tiergartenviertel zwischen 1900 und 1933 zu Hause.

Und sie alle kommen in einer Veranstaltung am 21. Februar ab 18 Uhr in der Matthäus-Kirche am Matthäikirchplatz (10785 Berlin-Tiergarten) noch einmal zu Wort.

Die verschwundene Stadt  (Teil 2) - Rekonstruktion des alten Tiergartenviertels 1900 und 1933 - Mit den Studierenden der HfS Ernst Busch Luise Hart, Dominik Hartz, Aurelius Thoss, Alina Weinert und in der Regie von Kerstin Hensel

Das legendäre Künstlercafé Josty (c) Stadtmuseum Berlin

Auszug aus dem Vortrag

„Pauls Tochter war zu ihrer Mutter gezogen, und das ergab eine große Veränderung in seinem Leben. Er beschloss, seine Wohnung, die ihm ohnehin schon des mürrischen Hausbesitzers wegen leid war, aufzugeben und in meine Räume zu ziehen. Ich aber sollte eine größere Wohnung in der Margarethenstraße Ecke Matthäikirchplatz nehmen. ..So hatte ich mit einem Male einen regelrechten Haushalt. Paul engagierte für mich noch einen Diener, der Emil hieß und furchtbar fein war. Eines Abends kündigte er und sagte, in einem so ordinären Hause könne er nicht länger bleiben, das würde seine guten Manieren verderben, aber alles das käme von der wilden Ehe, „da sei kein Segen bei“.

Tilla Durieux - eine der bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Zeit

Die Villa von James Simon (c) Stadtmuseum Berlin

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