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06.03.2020, Jamal Tuschick

In Erwartung von Michael Stavaričs, in drei Tagen erscheinenden, fulminanten Roman „Fremdes Licht“ glänzt das Mainlabor schon einmal mit ein paar Vorbemerkungen.

Eiserde

Gefrorene Welt

Elaine Duval, die Commander Dallas Helena nannte, sobald es hart auf hart kam, entdeckt sich selbst auf einem Strange Place erster Ordnung wieder. Unwirtlicher und packender kann nichts sein als jene Eiserde, auf der Michael Stavaričs Heldin allmählich taut und ihre Koordinaten neu bestimmt. Erst nach und nach stellen sich Erinnerungen ein. Elaine begreift, dass sie in einer gefrorenen Welt gefangen ist. Zuletzt war sie als Genforscherin für einen Konzern in Winterthur mit der kommerziellen Rekonstruktion von Leben befasst.

Ein Opa, der einst bei den Inuit in Grönland lebte, hat Elaine mit dem Überleben in Eis und Schnee vertraut machte. Von daher ist sie schon mal Takko.

Kosmischer Impact

Der Impakt einer unversöhnlichen Intervention aus dem All hat den Planeten entvölkert und gefrostet. Sieht so aus, als sei Elaine die letzte an Bord des Raumschiffs Erde.  

Michael Stavarič, „Fremdes Licht, Roman, Luchterhand, 508 Seiten, 22,-

In Rückblenden fokussiert Stavarič auf die Exzellenz „einer Elite-Hochschulabsolventin, die mehrere Studiengänge“ mit Bravour abschließt und dann sofort in leitender Position, wenn auch in bunkeresken Verhältnissen tief unter der Erde sich forschend entfaltet.

Wochenlang sieht Elaine nur Menschen in Schutzanzügen. Längst ist die Trennung von Arbeit und Leben zugunsten der Arbeit aufgehoben.

Kein Himmel weit und breit

Mehr als ein Lächeln in der Unternehmenskantine ist nicht drin. Am Horizont ihrer Sehnsucht sieht Elaine sich in der Gesellschaft des arktischen Großvaters grönländische Küstenlinien verfolgen. Märchenhaft erscheinen die Szenen im Gegenlicht der kernspintomographischen Umgebung im Schweizer Untertage. Hinter dem Opa her tappt Elaine über die Traumpfade „vergessener Naturvölker“. Sie lernt, wie man „aus Robbenhaut wasserdichte Fellstiefel näht“.

Unter einem Himmel wie aus Glas

Im Handlungszeit, da alle Technik down ist, besinnt sich die letzte Überlebende auf steinzeitliches Wissen. Das Ende berührt den Anfang. Der Kreis des Lebens schließt sich.