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28.03.2020, Jamal Tuschick

Betreff: PM Shutdown Special #1: Heute Abend Livestream mit Hysterisches Globusgefühl aus aktuellem Anlass

Hysterisches Globusgefühl

Beim Anblick des Urknalls - Ein hysterisches Gespräch aus aktuellem Anlass
von Hysterisches Globusgefühl
28. März 2020, 20.00 Uhr
Livestream | performative Lesung | Gespräch | In deutscher Sprache | Dauer: ca. 60 Minuten
 
Die Welt zieht sich in die soziale Isolation zurück, ehe Hysterisches Globusgefühl dazu aufrufen konnten. Statt zu performen, befinden sie sich plötzlich in real gewordenen Edward Hopper Gemälden, an die die bisherigen Proben mitunter schon erinnert hatten.
Nun melden sie sich aus der solidarischen Quarantäne. Per Livestream verschaffen sie einen Eindruck über den aktuellen Probenstand ihrer Arbeit »Beim Anblick des Urknalls«, die am 26. März 2020 im Ballhaus Ost Premiere gehabt hätte. Sie lesen Texte aus hysterischen Eremitagen längst vergangener Zeiten und werden anschließend mit dem Leitungsteam des Ballhaus Ost über die Performance im Kontext der aktuellen Ereignisse sprechen.

Welchen Stellenwert hat die Eremitage in Zeiten der Quarantäne und wie weit ist die Isolation heutiger Tage von einer Utopie der Einsamen entfernt?
Klickt euch dazu und seid dabei!
 
 
weitere Infos zu »Beim Anblick des Urknalls«: https://www.ballhausost.de/produktionen/beim-anblick-der-urknalls/
Pressebilder »Beim Anblick des Urknalls« zum Download: https://we.tl/t-VwHe8WjJ4u
 
Wie viel Einsamkeit können wir aushalten? Für das Performancekollektiv Hysterisches Globusgefühl birgt Einsamkeit das utopische Potential eines neuen Miteinanders: Der Rückzug in die Einsamkeit und der vereinzelte Blick in die Unendlichkeit des Universums setzen den Status Quo auf Null und ermöglichen anschließend neue Formen von Interaktionen. Und so beginnt Beim Anblick des Urknalls mit einer öffentlichen Kundgebung: »Radikaler Rückzug in die Einsamkeit ist unsere Antwort auf die fatalen politischen Verhältnisse, die uns umgeben.« Das Publikum sowie Passant*innen dürfen folgen und die Performer*innen in ihre individuellen Rückzugsräume in den Ballsaal des Ballhaus Ost begleiten. Die Zuschauer*innen sind eingeladen den unendlichen Facetten der Einsamkeit nachzuspüren und auf die spätere neue politische Zusammenkunft zu hoffen. Aber wie vereinzelt können wir im Theater sein, am traditionellen Ort von Öffentlichkeit und Gemeinschaft?
Inspiriert von Virginia Woolfs »Ein Zimmer für sich allein« erprobt das Performancekollektiv Hysterisches Globusgefühl in seiner neuen Arbeit Herausforderungen, Potentiale und viele verschiedene Formen von Vereinzelung. Das einsame Leben im All spielt dabei eine besondere Rolle, von Sandra Bullock in »Gravity« bis hin zu dem ukrainischen Astronauten, der 1989 nicht aus dem All zurückgeholt werden konnte, weil die Sowjetunion sich aufgelöst hatte. Wie weit können wir uns von der politischen Welt entfernen? Und wie weit sind wir diesen Weg schon gegangen? In seinem Entwicklungsprozess geht das Kollektiv Floating Tanks ebenso auf den Grund, wie dem Rückzug in die Nationalstaatlichkeit oder in die Filter Bubble und feiert im März im Ballhaus Ost Premiere.

Bei Hysterisches Globusgefühl werden öffentlicher und Theaterraum ineinander verschränkt. Die Straßen werden zur Theaterbühne, das Theater Schauplatz politischer Auseinandersetzung. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden in ihren Arbeiten verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. 
Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 für die Demoperformance »Macht was: Macht nichts!«, die auf Anhieb mit dem Jurypreis des Festivals »ARENA… der jungen Künste« ausgezeichnet wurde. Bisher haben sie ihre Arbeiten in Bochum, Bremen, Darmstadt, Erlangen, Frankfurt am Main, Gießen, Helsinki, Leipzig, Marburg, München, Nürnberg und Wien aufgeführt. Seit 2016 arbeiten sie am Ballhaus Ost und zeigten zuletzt ihre Arbeit »The Workshop«.
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