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23.04.2020, Jamal Tuschick

Auch wenn wir es kaum erwarten können wieder spielen zu dürfen, haben wir leider keine gute Nachrichten für euch. Die Volksbühne hält auch nach dem 19. April an den Vorsorgemaßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus fest. Die Schließzeit wird bis zum 31. Mai ausgeweitet. Sämtliche für diesen Zeitraum geplanten Veranstaltungen wurden abgesagt. Wir versuchen, möglichst viele Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Vorsorgemaßnahmen an der Volksbühne

Pressetext der Volksbühne

Liebes Publikum,

von den Absagen betroffen ist u. a. das für 27. – 31. Mai geplante Festival POSTWEST. Für das Theaterfestival arbeiten bereits seit dem Frühjahr 2019 Künstler*innen aus zehn Ländern zusammen. Die Theatermacher*innen aus Estland, Kosovo, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Tschechien, Ukraine, Ungarn und Deutschland befragen in der künstlerischen Auseinandersetzung die Kategorien Ost und West und deren Relevanz für ein aktuelles und künftiges gesellschaftliches Miteinander. Geplant waren zwölf Neuproduktionen sowie ein Rahmenprogramm mit Film, Diskurs und Konzerten in allen Spielstätten. Die Festivalabsage ist für uns und vor allem für die beteiligten künstlerischen Teams besonders schmerzhaft. Gemeinsam mit den Partnertheatern suchen wir aktuell nach einem Ersatztermin in der Spielzeit 2020/21.

Ebenfalls abgesagt werden Veranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Unter dem Titel „Diaspora Europa“ plante die Volksbühne vom 7.–10. Mai in Kooperation mit dem Europäischen Roma Institut für Kunst und Kultur (ERIAC) Diskussionen, Performances, Tanz, Theater und Interventionen zur Geschichte und Gegenwart der jüdischen Gemeinschaft und der Gemeinschaft der Sinti und Roma in Europa. Das Programm soll im Dezember, zum Internationalen Tag der Menschenrechte, nachgeholt werden. Leider ersatzlos entfallen muss das für den 8. Mai im ganzen Haus geplante Projekt von Hans-Werner Kroesinger: „Die Ermittlung 2020“ nach der Auschwitz-Aufarbeitung von Peter Weiss. Kroesinger plante das Publikum auf eine Reise mitzunehmen durch das Stück und seine Aufführungspraxis, das vom Autor verwendete Material und die Auseinandersetzung mit der und dem Erinnern an die Shoah heute.

Die Vorsorgemaßnahmen betreffen darüber hinaus auch den Probenbetrieb. Die Proben bleiben zunächst bis Mitte Mai ausgesetzt. Viele Mitarbeiter*innen arbeiten aktuell im Homeoffice. Sobald feststeht, wann diese notwendige Zwangspause endet und wir wieder in die Proben starten können, werden wir die Volksbühne schnellstmöglich wieder hochfahren.

Online-Programm

Vom 2. bis 13. April hätte eigentlich eine Werkschau von Sasha Waltz & Guests auf unserem Spielplan gestanden, bei der drei Tanzstücke aus unterschiedlichen Schaffensperioden, noBody, Allee der Kosmonauten und rauschen, sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Ausstellung, Film und performativer Intervention gezeigt werden sollten. ARTE Concert zeigt die Filmversionen von noBody und Allee der Kosmonauten jetzt in Zusammenarbeit mit Sasha Waltz & Guests noch bis zum 8. Mai als Video-on-demand.

Weiterhin zeigen können wir die Web-Serie Im Auge der Libelle von Alexander Kluge, aus der wir jeden Freitagmittag eine neue Folge auf unserer Website und den Social Media Kanälen veröffentlichen. Wir werden zudem ab Dienstag wöchentlich eine Folge aus dem Archiv wieder zugänglich machen.

Auch die Gastgeber der Literaturreihe Reformbühne Heim & Welt treffen sich weiterhin – statt im Roten Salon nun zuhause – und sind jeden Sonntag um 20 Uhr per Live-Stream über ihre Facebook-Seite zu sehen.

Seit dem Sommer schreibt Annett Gröschner gemeinsam mit Autorinnen-Komplizinnen zweimal im Monat die Kolumne GESCHICHTSMASCHINISTIN für die Volksbühne. Ihre Berlin-Beobachtungen über das Leben-in-Zeiten-von-Corona schickt uns Annett Gröschner regelmäßig ins Homeoffice, damit die GESCHICHTSMASCHINISTIN nun wöchentlich erscheinen kann.

Außerdem arbeiten wir an weiteren Formaten und Online-Angeboten, über die wir euch in den kommenden Wochen informieren werden. Nichtsdestotrotz: Theater lebt von Begegnung und Austausch, zwischen den Schauspieler*innen und Künstler*innen – und zwischen den Künstler*innen und euch, dem Publikum. Theater ist das Gegenteil von „Kontaktsperre“. Daher freuen wir uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit euch allen in der Volksbühne!

Bleibt weiterhin gesund!

Alles Gute wünscht

Eure Volksbühne

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