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17.06.2020, Jamal Tuschick

Semantische Demenz

Erste Bemerkungen zu Marie-France Hirigoyens psychoanalytische Abrechnung „Die toxische Macht der Narzissten“

„Präsident zu sein, ändert nicht, wie du bist, sondern offenbart, wer du bist.“ Michelle Obama

Die amerikanische Oberschicht hält ihn für den schlimmsten Clown seit Caligula. Trump fehlt die Klasse, um in der feinen Gesellschaft mithalten zu können. Er erlebt sich als Außenseiter wie jeder Honk. Das ferndiagnostiziert die Psychoanalytikerin Marie-France Hirigoyen. Sie beobachtet beim Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Verarmung der Sprache und fehlende Triebkontrolle und vermutet sogar semantische Demenz im Zuge einer Frontalhirndegeneration.

Marie-France Hirigoyen, „Die toxische Macht der Narzissten“, aus dem Französischen von Thomas Schultz, C.H. Beck, 16.95 Euro

Trumps Neigung zu Scherzen und Wortspielen, seine überbordende Heiterkeit und Gereiztheit zeigen ihn, so Hirigoyens, als kranken Mann. Hirigoyen spezifiziert Trumps (verletzlichen) Narzissmus und grenzt ihn von Putins perversen Narzissmus ab. Trump sei im Herzen ein zurückgesetztes Kind (geblieben). Er wiederhole Erfahrungen der Ausgrenzung, die ihm unbotmäßiges Verhalten in den Jahren seiner Unmündigkeit eintrug.

Aus der Ankündigung

„Die heutige Welt begünstigt Narzissten - so die These … (von) Marie-France Hirigoyen. Narzissten gewinnen immer mehr Macht in unserer Gesellschaft und vergiften das Zusammenleben, von der Politik über die Arbeitswelt bis hinein in die Familien. Hirigoyen deckt die Ursachen dieser fatalen Entwicklung auf und erklärt, wie wir dem Vormarsch des Narzissmus entgegentreten können.“