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03.07.2020, Jamal Tuschick

Betreff: Jugendrat kritisiert Konjunkturpaket in Bundespressekonferenz

Appell an die Bundesregierung: Jugend fordert Rettungspaket für kommende Generationen
Der Jugendrat der Generationen Stiftung und der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung äußern in Bundespressekonferenz scharfe Kritik am Konjunkturpaket 

© Generationen Stiftung, Gregor Fischer

Mit einem verzweifelten Appell richtet sich der Jugendrat der Generationen Stiftung an die Bundesregierung und fordert Verhandlungen über einen Rettungsschirm für kommende Generationen. Der Sprecher des Jugendrats Elia Mula (19) kritisiert das aktuelle Konjunkturpaket scharf: "Die Bundesregierung hat ein Rettungspaket geschnürt, das meine Zukunft nicht retten kann. Denn es führt uns nur zurück ins alte Normal. Doch dieses Normal war längst eine Dauerkrise, die die Zukunft der jungen Generation bedroht. Unsere Zeit läuft ab. Wir brauchen jetzt ein Rettungspaket für die Menschen und für die Zukunft. Wir müssen Wirtschaft, Klima und Soziales zusammendenken, um die Krise als Momentum für Veränderung zu nutzen."

Die zweite Sprecherin des Jugendrats Hannah Lübbert (19) ergänzt: "Das aktuelle Konjunkturpaket ignoriert entscheidende Zukunftsfragen. Für die vielfältigen Krisen unserer Zeit benötigen wir nachhaltige und systematische Lösungsansätze. Doch das Konjunkturpaket besteht vor allem aus zusammengewürfelten, kurzfristigen Einzelmaßnahmen. Aus unserer Sicht kann dieses Konjunkturpaket am Donnerstag nicht in seiner bisherigen Form verabschiedet werden. Es fehlen langfristige Perspektiven für das Klima und für soziale Gerechtigkeit." Maßnahmen wie der Kinderbonus kommen sozial Benachteiligten nur unzureichend zugute, urteilt der Jugendrat und warnt vor einer Verschärfung der sozialen Spaltung. In Bezug auf aktuelle Wirtschaftshilfen fordern die jungen Sprecher*innen Nachbesserungen. Krisenhilfen an Konzerne wie Lufthansa müssten an strenge ökologische Bedingungen geknüpft werden, beispielsweise an ein Verbot von Inlandsflügen.

Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bestärkt Forderung des Jugendrats
Rückendeckung erhält der Jugendrat durch den Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Prof. Marcel Fratzscher. In der Bundespressekonferenz bewertet er das Konjunkturpaket aus ökonomischer Perspektive und erklärt: "Das erste Konjunkturpaket wird verpuffen, wenn wir nicht ein zweites Paket schnüren: ein Zukunftspaket für kommende Generationen." Dieses Zukunftspaket muss radikal auf Klimaschutz setzen, sind sich Prof. Marcel Fratzscher und der Jugendrat einig.

Appell an Angela Merkel und Bitte um Gespräch
Für die Umsetzung eines zweiten Rettungspakets appelliert der Jugendrat direkt an die Bundeskanzlerin und bittet um ein persönliches Gespräch: "Bleiben Sie nicht als Krisenkanzlerin in Erinnerung, die unsere Generation sehenden Auges in die Katastrophe geschickt hat. Setzen Sie sich mit einem Rettungspaket für eine Klima-Kehrtwende ein. Wir bitten Sie, Frau Merkel, sprechen Sie mit uns. Nehmen Sie uns ernst. Es geht um unsere Zukunft," so Hannah Lübbert.