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12.08.2020, Jamal Tuschick

Povera Performance

Jackie Chan trifft Will Smith und ein neues Kapitel der Gong-fu-Geschichte wird aufgeschlagen

Männer im Modus - Gifted With Explosive Power - Tuschick/Chan © Mara Neusel/Jamal Texas Tuschick, Eulenspiegel Verlagsgruppe

Jackie Chan in Karate Kid

Aus dem Vorspiel: Eines Tages trifft Jackie Chan in Japan Will Smith. Smith liegt viel daran, Chan als Darsteller zu gewinnen. In einer Neuverfilmung von „Karate Kid“ soll Smiths Sohn Jaden die Titelrolle spielen. Chan erzählt das so (ungefähr): Ich sitze in einem Séparée von diesem berühmten Restaurant. Kommt der Kellner und sagt, Will Smith ist auch da, sitzt aber bloß im Hauptraum. Ich bemühe mich zu ihm auf die billigen Plätze. Wir umarmen uns gleich, obwohl wir uns nie zuvor getroffen haben: getriggert von gegenseitiger Wertschätzung und gesunder Eigenliebe.   

Jackie Chan, Zhu Mo, „Never Grow Up. Die offizielle Autobiografie“, auf Deutsch von Shaya Zarrin, 400 Seiten, 24,-

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Kolumbus war eine vitale Mimose

Alle kennen Kolumbus und seine fatale Mission. Kaum einer kennt die bretonischen Seefahrer, die Jahrzehnte vor dem einst Weltberühmten und nun zu Recht postum weltweit Geächteten vor der kanadischen Küste fischten. Sie waren besser informiert als der Rest. Sie profitierten von João Vaz Corte-Real, dem ersten portugiesischen Statthalter auf den Azoren. Der Ritter hatte vor dem Jahr 1450 Neufundland erreicht. Manche nennen ihn den Entdecker der Terra do bacalhau, einer nach dem Stockfisch benannten Phantominsel, die in Erzählungen des 15. und 16. Jahrhunderts Gestalt annimmt. Den Kern der Sage lokalisieren Historiker auf einer nordatlantischen Insel, die heute zur kanadischen Provinz Nova Scotia gehört. Im frühen 16. Jahrhundert bezeichnen Kartografen sämtliche Inseln des Lorenzstroms als „das Land der Cortereals“ (João Vaz Corte-Real folgen drei Söhne auf See, der berühmteste ist Sebastian Cabot) oder Bacalhau-Eilande. Französische Fischer geben den Zuschreibungen mit Île du Cap-Breton eine andere Richtung.

Das alles und noch viel mehr wird von dem vermaledeiten Schatten des Kolumbus verdunkelt. Auch die Christianisierung Japans kennt einen João Vaz Corte-Real. Er hieß Francisco de Jassu y Azpilcueta aka Francisco de Xavier, kurz Franz Xavier.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Wenn ihr einen Heiligen aus dem Mann machen wollt, von dem ihr bis eben noch nie gehört habt, dann sage ich euch, Franz‘ Antrieb war der reine Wettbewerb. Im Leistungsdenken des 16. Jahrhunderts spielt der so viele katholische Dämme überspülende Protestantismus die Rolle des Einpeitschers. Der Papst kontert die evangelische Expansion mit der Bulle Romanus Pontifex. Es geht um Seelenhochseefischerei im grandiosen Stil. Die Losung lautet: Macht Katholiken aus den Heiden Afrikas und Asiens. Im Gegenzug gewähren wir euch das Handelsmonopol in diesen Weltgegenden. Als Apostolischen Nuntius nimmt Franz den Weg des Vasco da Gama nach Indien. 1549 gelangt er nach Japan und findet da zunächst günstige Bedingungen vor. Die Reichsuneinigkeit erreicht ihren Höhepunkt. Der Missionar und seine Nachfolger weichen Einschränkungen aus. Die Jesuiten pendeln zwischen Revieren. Sie nutzen die Machtkämpfe der Provinzpotentaten und die Verwerfungen eines ewigen Bürgerkriegs für ihre Zwecke.

Sie perfektionieren das Prinzip der Inkulturation. Die Geschmeidigkeit bewerten Spätere als Synkretismus.

Franz scheitert an einem Vermittlungsproblem. Den japanischen Klan-Chefs erscheint die jesuitische Povera-Performance nicht plausibel. Das geht einfach nicht, als Hochstehender einen auf dürftig zu machen. Es gibt kein opulentes Jenseits, um da hinzuschielen in der japanischen Vorstellungswelt.

Nach Franz kreuzt Alessandro Valignano auf. Er ist der Visitator mit den besten Aussichten. Seine Stellung im katholischen Gefüge gleicht einem Gipfelkreuz. In seiner Spanne schreitet die Christianisierung Japans rasant voran. Es ist an ihm, „die aufstrebende Kirchengemeinde einem heimischen Klerus zu übergeben“. Unter seinem Schirm werden „Seminare, Studienhäuser und ein Noviziat errichtet“.

Japan steht kurz davor, als katholischer Außenposten die Funktion einer transkontinentalen Achsenmacht zu übernehmen. Da wird das Ende der Religionsfreiheit ausgerufen. Das Reich besinnt sich auf seine Traditionen. Die Christenverfolgung stellt sich dann als typisch japanische Totalität dar.

Die Daimyōs gewöhnen sich daran, das Christentum auf ihren Domänen als Erratischen Block zu begreifen, der sich im Verhältnis zu der angestrebten Hermetik, Endō Shūsaku spricht irgendwo von einem monolithischen Ideal, antagonistisch auffassen lässt. Bis dahin sind die Priester überprivilegierte Gäste. Für die Herrschenden haben sie als Informationsquellen und Prokuristen der Handelsniederlassungen einen kaum zu überschätzenden Wert. Der schließlich außer Kurs gesetzt wird. Drei Fürsten, namentlich Nobunaga, Hideyoshi und Ieyasu, besorgen den Kehraus. Am 24. Juli 1587 kommt Hideyoshi im Rausch das Verlangen an, alle Ausländer rauszuschmeißen. Shūsaku spricht von einem „xenophoben Ausbruch“. Das bleibt schon deshalb der Rede wert, weil Hideyoshi „mit einem Rosenkranz sowie in portugiesischen Gewändern“ in seinem Zengarten zu lustwandeln beliebt. Vermutlich absolviert er in diesem Aufzug auch sein Training.

Womit wir beim Thema wären. Eines Tages trifft Jackie Chan in Japan Will Smith. Smith liegt viel daran, Chan als Darsteller zu gewinnen. In einer Neuverfilmung von „Karate Kid“ soll Smiths Sohn Jaden die Titelrolle spielen.

Chan erzählt das so (ungefähr): Ich sitze in einem Séparée von diesem berühmten Restaurant. Kommt der Kellner und sagt, Will Smith ist auch da, sitzt aber bloß im Hauptraum. Ich bemühe mich zu ihm auf die billigen Plätze. Wir umarmen uns gleich, obwohl wir uns noch nie begegnet sind: getriggert von gegenseitiger Wertschätzung und gesunder Eigenliebe.   

Die Technik hat viele Namen: Dollyo chagi, Liu Yam Toi, Roundhouse Kick, Mawashi geri © Eulenspiegel Verlagsgruppe

Gifted With Explosive Power

Double Groove in der Wushu-Paradieshölle

Jackie Chan hadert mit den Neigungen seines Sohns. Er will, dass der Junge boxen lernt - und zwar den Double Groove aus westlicher und chinesischer Handfertigkeit. Jaycee spielt lieber Basketball. Quel malheur! Doch muss man Verständnis zeigen. Jaycee wächst in der Michael-Air-Ära auf. Da war es legitim, Basketball besser als Boxen zu finden.

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Adepten des Wushu gehen durch eine Erfahrungshölle, bevor sie ihr Arkadien erreichen. Sie wissen nun, dass es kein Geheimnis gibt. Das Wesen der Kampfkunst ist Fleiß. Es offenbart sich in der Bereitschaft zur Wiederholung von Bewegungen, deren Bedeutungen der Schüler zunächst nicht kennt. Die Einsicht in den Sinn verlangt eine obsessive Praxis. Man nähert sich ihr in einem Prozess der geistigen Klärung. So formatiert stürzen sich Chinesen auf die allertrivialsten Dinge. Sie feiern in den Kloaken des Kommerzes und lassen sich gern auch für billige Lösungen und irgendeinen Plastikscheiß verehren.

Jackie Chan, Zhu Mo, „Never Grow Up. Die offizielle Autobiografie“, auf Deutsch von Shaya Zarrin, 400 Seiten, 24,-

Gong-fu versteht nicht, wer den Grat zwischen Kloster und Abtritt vermeidet, um sich auf seine Katharsis täglich einen herunterzuholen. Man muss ins Leben, ob als Apotheker, Gemüsehändler, Leibwächter oder Filmproduzent. Eremiten, die sich in Tigermäulern zur Gelassenheit erziehen, bilden die Ausnahme von der Regel.
Jackie Chan versäumt es, den Paravent der Zurückhaltung vor seinen Schwächen aufzustellen. Er kritisiert sich für viele psychologische Fehleinschätzungen. Ständige Herausforderungen und Überforderungen liegen auf einer Linie seines Verhaltens. Chan ist der Mann gewordene Rummelplatz. Nach zehn Meetings joggt er nach zweimal an einem Abend, bevor er sich dem Studium von Drehbüchern zuwendet. Ihn verstört, dass sein Sohn Jaycee einen vergleichbaren Ehrgeiz vermissen lässt und schlafmützig auf dem Ticket des getriebenen Vaters reist. Chan zetert. Er will, dass der Junge boxen lernt. Jaycee spielt lieber Basketball.

In jedem Raum will Chan eine gut informierte Person sein. In Hollywood umgeben ihn Leute, die aus ihren fatalen Neigungen Tugenden gemacht haben und sich so geläufig wie affig in begehbaren Humidoren gegenseitig Vorträge über Weine und Zigarren halten. Chan verlangt von sich ein Rotweinwissen, das es ihm erlaubt, neben Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger als fundierter Flachmann mit von der Partie zu sein. Das ist dann schon auch ein bisschen funny.    

Ich glaube nicht, dass Chan ungesunde Sachen genießen kann. Er redet so pastoral über Alkohol. Zum Beispiel hält er es für verderblich, betrunken zu kämpfen. Dabei setzte Chan dem Zui Quan mehr als ein Denkmal. Chan zeigt nicht nur mit parodistischen Absichten die betrunkene Faust. Ein Gegner, der diesen Namen verdient, ist ohne Abdeckung der Absichten nicht bekämpfbar. Betrunken zu erscheinen und einen haltlosen Eindruck zu erzeugen, wurde gelehrt. In diesem Angriffsaufbau taumelt der Unterrichtete dem Kontrahenten entgegen. Er verkürzt den Abstand und untergräbt die unbewussten Verteidigungslinien des Ahnungslosen. Er tritt und schlägt vermeintlich sinnlos in die Luft. In Wahrheit hat er sich längst durchgeladen und entsichert und strebt voll fokussiert vorwärts; während der kulturell Nachhinkende noch in der Checkphase vor sich hin dümpelt wie ein marodes Beiboot. Wer zu langsam startet, wird zum Appendix des feindlichen Engagements. Tempo tötet, sagten die alten Meister.

It looks still weak. That’s how you win by appearing to lose.

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Sei wie das Wasser

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Das ist doch nur ein Schauspieler.

Wie oft habe ich das in meiner Kindheit gehört, wenn der Streit mal wieder seine Energie aus der ewigen Frage bezog: Sind die Techniken von Bruce Lee echt oder ist das nur Theater? Gerade geht es nicht darum, welche Bedeutung Bruce Lee für die Entwicklung der Kampfkunst hatte. Wir reden jetzt über Jackie Chan. Ja, Jackie Chan spielt in der Evolution des Gong-fu eine Rolle. Er steht in der Tradition von Bruce Lee, reagiert in seinem Werk aber auch auf Hunderte von Eastern, in denen ein clowneskes Gong-fu gezeigt wird.

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Zweifellos lebt Jackie Chan ein komödiantisches Temperament aus. Das erklärt nicht die Filmkilometer durch den Schlauch des Grotesken gezogener Kampfszenen. Es muss ein sehr ursprüngliches chinesisches Theater der Lächerlichkeit geben, die Lächerlichkeit des kleinen Mannes; eine Verbindung von sozialer Bedeutungslosigkeit und individueller Resilienz. Vielleicht war das eine bedrängte Möglichkeit, um überhaupt über Akteure der chinesischen Unterschicht und ihrer Milieus öffentlich zu sprechen. Das waren Staatssklaven und Sklavenhabitate in einer feudalen Gesellschaft. Und in den miserablen Verhältnissen wurde in einem familiären Rahmen hoffentlich täglich trainiert. Es ging um eine tödliche Praxis (Primat der finalen Technik), gleichzeitig um Gesundheit und Langlebigkeit; dies alles, wie gesagt, im Kontext der Inferiorität. Da knüpft Jackie Chan an. Seine Spieler sind omnipotente Nobodys im Kampf gegen sinistre Kleinkönige einer märchenhaft überzeichneten Unterwelt.

Das ist Jackie Chans künstlerische Heimat

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Ab seinem vierten Lebensjahr lebt Chan im Modus. Geweckt von der Kraft der aufgehenden Sonne weist ihn der Vater in die Hung-Gar-Kampfkunst ein. Jahre später komplettiert Bruce Lee die Ausbildung mit einem Satz: „Wasser hat keine Form. Du kannst es nicht greifen oder schlagen oder auf irgendeine Art verletzen … Wasser kann tröpfeln und es kann zermalmen. Sei wie das Wasser, mein Freund.“ 

Herrliches Programm in der Kunstschule:

Um 5 Uhr morgens aufstehen und frühstücken.

Kung-Fu-Training bis zum Mittag.

Mittagessen.

Kung-Fu-Training bis zum Abendessen.

Abendessen um 17 Uhr.

Kung-Fu-Training bis zur Schlafenszeit um 23 Uhr.

Am nächsten Tag alles wieder von vorne.

1973 ist Jackie Chan Komparse in Bruce Lees Der Mann mit der Todeskralle. Als Stuntman verdient sich der Debütant die ersten Sporen. Es geht rau zu. Bruce Lee zieht durch. Immerhin entschuldigt er sich nach der Arbeit. Er lobt Chan, dem die Anerkennung des Einzigartigen viel bedeutet. 

Ein superriskanter Stunt befördert Chan in die Beletage seines Metiers. Nun kommt Stunt-Regie aka Choreografie dazu. Der Künstler träumt von überwältigenden Inszenierungen – von Budo-Phantasmagorien.

Koreanischer Luftkampf

Jackie Chan über seine Vorgehens- und Herangehensweise: „Wenn es etwas Gefährliches oder Aufregendes (zu Drehen) gibt, dann mache ich es selbst, und zwar in einem einzigen, nicht unterbrochenen Take.“ 

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Mit zwölf Elektrikern und sechzehn Zimmermännern donnert Jackie Chan nach Korea. Südkorea-Hongkong-Filmkooperationen haben Konjunktur. Die Chinesen stauben bei den Koreanern die hohen Fußtechniken ab. Natürlich gibt es alles überall, aber die Koreaner bilden sagenhafte Luftkampfspezialist*innen aus.

Dann gastiert der Allrounder in Taiwan und trifft seine vor Ort weltberühmte Freundin Teresa Teng. Der Kampfkünstler ist der Sängerin nicht gewachsen. Damit hält er sich auf. Chan erzählt, wie ungehobelt er als Nachwuchsstar seine sozialen Defizite wegbügelte. Ein Rotz der Reue läuft ihm aus der Erzählernase.   

Er will sein Steak durchgebraten. Nicht rosa und auch kein Rosé aprés … der Underdog mit den Superskills bestellt Bier. Das schmeckt auch nicht. 

„Die Dreharbeiten waren anstrengend, und viele Leute verletzten sich. Das Krankenhaus war voll mit unserer Crew.“ 

Hölzerner Historizismus

Bei seinem ersten amerikanischen Durchgang bricht Chan ein. Von Hollywood kehrt er nach Hongkong zurück, um einen neuen Weg einzuschlagen. Die alte Geschichte von einem exzentrischen Meister und wenigstens einem begriffsstutzigen Schüler ist auserzählt. Chan erwirbt sich Verdienste in der Gong-fu-Genealogie, indem er dramaturgische Schleifen des westlichen Mainstreamkinos adaptiert. Das hört sich öde an, bedeutete aber, dass ein hölzerner Historizismus über Bord flog.

Ich habe ein paar hundert Filme der alten Schule gesehen, ohne das pädagogische Pathos zu begreifen, das die Handlung mobilisierte. Je hohler, desto konfuzianischer. Das alberne Geschehen basierte auf einem religiös-philosophischen Komplex. Letztlich ging es stets um ein verlorenes Ideal wehrhaft-verträumter Tugendhaftigkeit und um Mimikry. Das asiatische Trainingsprinzip hieß verständnislose Nachahmung.

Es wurde nichts erklärt. Ein Meister einer meiner Meister lernte Taekwondo von einem Mönch, der kein Wort direkt an ihn richtete. Ich stelle mir vor, dass er ab und zu gleichsam selbstgesprächig ein paar informierende Brocken dem Schüler vor die Füße schleuderte. Der Nachahmer eines (weitgehend) Stummen wurde zweimal Weltmeister. Erst vor wenigen Jahren realisierte ich, dass dieser Mann nebenbei Karateformen (Kata) aus der Mönchsmatrix einfach kopiert hatte, die auf den wundersamen Wegen des Budo schließlich Taekwondo-Schüler*innen in Göttingen zum Geschenk gemacht wurden. Wir trainierten (auch) Karate und hielten es für Taekwondo.

Durch tausend Techniken geschritten

Durch Ich und Wir und Du …

Yes

Chans Markenzeichen ist der Verzicht auf Stunt-Doubles. Er geht selbst in die Gefahr und rockt die Angst nieder mit Ultraverbesserungen des Psycho-Immunsystems und der Fitness. Stets bedenkt er die weisen Worte seines Vorbilds Bruce Lee:

Sei wie das Wasser und kultiviere die Vorzüge verrückter Winkel. Guck somnambul aus der Wäsche, lächle fad. Spiel den Idioten. Indes gibst du deine Vorwärtsspannung nie auf. Du kannst aus Positionen schlagen, in denen können andere noch nicht einmal stehen, ohne zu wackeln. Du kannst von außen kommen und durch die Mitte gehen wie in einem Atemzug.

„Obwohl uns die Hollywood-Power fehlte, kamen wir ... voran, allein mit unserem Kampfgeist und unserer Bereitschaft, Risiken einzugehen.“

„Wenn es etwas Gefährliches oder Aufregendes (zu Drehen) gibt, dann mache ich es selbst, und zwar in einem einzigen, nicht unterbrochenen Take.“ 

Aus der Ankündigung: Akrobatische Kung-Fu-Tricks, waghalsige Stunts und komödiantisches Talent: Dafür kennen und lieben Generationen von Kinobesuchern Jackie Chan. Nach über 150 Filmen – und unzähligen Knochenbrüchen – denkt er nicht ans Aufhören, steckt voller neuer Ideen und Pläne. Bei seinem Vater, Koch am französischen Konsulat in Hongkong, erlernte er chinesische Kampftechniken, bis die Eltern den schauspielerisch und akrobatisch begabten Siebenjährigen auf ein Internat der China Drama Academy schickten. Seine Ausbildung würde man heute wohl Kindesmisshandlung nennen, 1960 waren die Methoden für den jungen Chan erzieherischer Alltag. Als Stuntman brachte es Jackie Chan im Hongkonger Filmgeschäft zu Popularität. Anfang der Neunziger entdeckte Hollywood das Multitalent und machte ihn zum Multimillionär. Es ist nur eines der vielen sympathischen Gesichter des Mannes hinter dem Action-Star, dass er, laut Forbes-Magazin, zu den »zehn großzügigsten Prominenten der Welt« gehört und weltweit Projekte für unterprivilegierte Kinder unterstützt. In seiner Biografie »Never Grow Up« erzählt der Oscar-prämierte Filmstar schonungslos von der Härte seiner Ausbildung, von seinen Erfolgen und Rückschlägen als Stuntman und Schauspieler, aber auch von seinem Familienleben, das alles andere als perfekt lief. Jackie Chan steht dazu, Fehler gemacht zu haben, ist selbstkritisch und offenherzig – gerade das macht ihn so liebenswert.

Jackie Chan, geboren 1954 in Hong Kong, wurde im Alter von sechs Jahren auf das Internat der Chinese Drama Academy geschickt. Geprägt von eiserner Disziplin begann schon im Kindesalter seine Karriere als Kampfkünstler. Er wirkte zunächst in Asien in vielen Filmproduktionen als Stuntman mit, bis 1994 mit »Rumble in the Bronx« der Durchbruch in Hollywood gelang. Heute ist der Schauspieler und Kung-Fu-Meister nach über 150 Filmen aus Hollywood nicht mehr wegzudenken, seine Martial-Arts-Komödien erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. 2016 wurde Jackie Chan mit einem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.