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27.08.2020, Jamal Tuschick

Betreff: Identitätsfindung zwischen zwei Kulturen: Najat El Hachmis »Eine fremde Tochter« bei Orlanda

Herkunft im Staubsauger der Zukunft

Najat El Hachmi © Alex Akeru

Pressetext

Geboren in Marokko, aufgewachsen in Katalonien – die junge Frau in Najat El Hachmis »Eine fremde Tochter« ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Herkunftskultur und der Kultur im Ankunftsland. Ständig muss sie sich entscheiden: Zwischen den Sprachen, der Tradition und Moderne, ihrem eigenen Glück und den Erwartungen ihrer Mutter.

Denn die, eng mit der traditionellen marokkanischen Lebensweise und der muslimischen Religion verbunden, hat sehr klare Vorstellungen von der Zukunft ihrer Tochter. Zunächst beugt die junge Frau sich auch dem Willen der Mutter und stimmt einer arrangierten Ehe zu, obwohl es da einen anderen Mann gibt, zu dem sie sich hingezogen fühlt.

Doch diese Entscheidung hebt den (inneren) Konflikt nicht auf. Im Gegenteil, er macht die beidseitige Verbundenheit zwischen Mutter und Tochter und zugleich ihre doppelte Fremdheit noch spürbarer.

Es dauert lange, aber schließlich gelingt es der jungen Frau, die Bande zu zerreißen und ihren eigenen, selbstbestimmten Weg zu gehen.

Dieser Roman schildert mutig und eindringlich den Konflikt, den junge Migrantinnen oft austragen müssen. Ein mitreißendes, interkulturelles Lesererlebnis.

Najat El Hachmi ist eine katalanisch-marokkanische Autorin, die im Alter von acht Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter von Marokko nach Spanien migrierte und heute in Barcelona lebt. El Hachmis Werk beschäftigt sich mit den Themen Identität, kulturelle Verwurzelung und Entfremdung. 2015 gewann sie mit »Eine fremde Tochter« den BBVA-San-Juan-Preis und den Ciutat-de-Barcelona-Preis für den besten katalanischen Roman. Ihr Buch »Der letzte Patriarch« ist 2011 in Deutschland erschienen.