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29.08.2020, Jamal Tuschick

Jasmin Andriani - Eine Absolventin des Jahres 2020

Jasmin Andriani © Tobias Barniske

Jasmin Andriani wurde 1983 in Tel Aviv als Jasmin Miriam Bruck geboren. Ihre ersten Kindheitsjahre verbrachte sie in Israel zwischen Strand und Shuk HaCarmel, bevor die Familie 1985 ins damalige West-Berlin zog. Hier besuchte sie Bildungseinrichtungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und engagierte sich später in der Jugendarbeit, beim Jüdischen Studentenbund und im Jüdischen Museum Berlin. Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaften an der FU Berlin bis zum ersten juristischen Staatsexamen. Anschließend lebte und arbeitete sie in Simbabwe, Afrika.

Zurück in Berlin entschloss sie sich, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und ein Studium der Jüdischen Theologie und eine parallele Ausbildung zur Rabbinerin am Abraham Geiger Kolleg aufzunehmen. Zwei Semester des Studiums verbrachte Jasmin in Jerusalem, der Heimatstadt ihres Vaters.

Ihre Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Dekalog in der Hebräischen Bibel und der frühjüdischen Tradition. Ihr Ordinationsspruch lautet “[Gott sagt:] Denn mein ist das Land, denn Fremde und Beisassen seid ihr bei mir.” (Lev 25,23). Jasmin ist seit 2012 mit Daniel verheiratet; sie haben eine vierjährige Tochter. Nach der Ordination wird sie die Rabbinerin der liberalen jüdischen Gemeinden von Hannover und Göttingen.

Betreff: Pressemitteilung: Das Abraham Geiger Kolleg begeht seine zehnte Ordinationsfeier am 10. September

Pressemitteilung - Das Abraham Geiger Kolleg begeht seine zehnte Ordinationsfeier am 10. September in der Synagoge Rykestraße in Berlin. Fünf Rabbiner*innen und ein Kantor werden in das geistliche Amt eingeführt. Die Festansprachen halten der Brandenburger Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Am 10. September 2020 werden bereits zum 10. Mal Absolvent*innen des Abraham Geiger Kollegs in das geistliche Amt eingeführt. Dieses Jahr wird die Ordination von fünf Rabbiner*innen ‒ Isak Aasvestad, Jasmin Andriani, Max Feldhake, Anita Kántor, David Maxa ‒ und die Investitur eines Kantors, Yuval Hed, gefeiert.

Die Absolvent*innen stammen aus Norwegen, Deutschland, den USA, Ungarn und Tschechien sowie aus Israel. Sie haben am Abraham Geiger Kolleg die praktische Ausbildung abgeschlossen und an der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam ihre akademischen Abschlüsse erworben; sie werden künftig jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein, in Göttingen und Hannover, in Budapest und in Tschechien sowie in Stockholm dienen. Einer der Absolventen ist aktuell im Auswärtigen Amt tätig. Mit diesem Jahrgang hat das Abraham Geiger Kolleg nun bereits 41 Absolventinnen und Absolventen für die Arbeit in der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Europa, aber auch in Israel, Südafrika und den USA ausgebildet. Die Ordination und Investitur finden in der Synagoge Rykestraße in Berlin statt, an der auch einer der früheren Absolventen des Abraham Geiger Kollegs als Gemeinderabbiner amtiert.

Die Feier wird im Rahmen eines musikalisch gestalteten Gottesdienstes unter Berücksichtigung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen begangen. Die Festansprachen halten der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, und Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Das 1999 gegründete Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam ist das erste Rabbinerseminar in Deutschland nach dem Holocaust. Verwurzelt in den Werten des liberalen Judentums, verbindet das Kolleg jüdische Traditionen mit modernen wissenschaftlichen Fragestellungen.