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25.09.2020, Jamal Tuschick

Faschistisches Kinn

Die Burgziegen zeigten ihr Entsetzen © Jamal Texas Tuschick

Ken kam. Er sah genauso aus. Deshalb Ken. Wie Barbie. Kaum einer kannte seinen bürgerlichen Namen.
Ken gehörte zum Sund. Der Sund war ganz etwas anderes als das alte Betriebsfleisch. Für den Sund war Frankfurt zu klein. Den Sund gab es in Hamburg und auch in Berlin. Der Sund fuhr unauffällig vor.
„Wo ist die Schlampe?“ fragte Ken geradewegs.
Die Rede war von Hannes Hesselbach.
„Die Schlampe hat fertig“, verhieß der König, so undeutlich in seiner Aussprache wie möglich.
„Kann nicht sein“, wusste Ken definitiv, „die Schlampe hat in der Burg lebenslänglich.“
Er untersuchte sein faschistisches Kinn. Ken war sehr stolz auf sein Kinn.
Er bestellte ein halbes Hähnchen, so höhnisch.
„Das lässt sich arrangieren“, sagte der König vorsichtig. In der Burg hatte es seit tausend Jahren kein halbes Hähnchen je zum gemeinen Verzehr gegeben.