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29.09.2020, Jamal Tuschick

Abstand

Ausstellung A B S T A N D  by Pussart - Kolonialismus im Spiegel #6 - Koloniale Kontinuitäten in der Bildung mit T. Vicky Germain & Kahbit Enow

© Jamal Texas Tuschick

Liebe Freund*innen,

am Freitag fand die Vernissage unserer neuen Ausstellung "ABSTAND" des Künstler*innen-Kollektivs 'Pussart' statt. Die Künstler*innen und wir waren super happy über das große Interesse an der Ausstellung und die Künstlerin Gabriela Husz hat in dieser Ausstellungspremiere ein Bild verkauft! Wir gratulieren!

Die, die wir wegen der Hygiene-Auflagen nicht mehr reinlassen konnten am Freitag und alle, die sich die Ausstellung noch anschauen möchten, können bis 25. November zu unseren Öffnungszeiten vorbei kommen (Mo-Do 12-16Uhr). Wir erfassen Eure Daten (4 Wochen Aufbewahrung) und erwarten, dass Ihr Maske tragt. 

Wir beschließen außerdem die Workshop-Phase der Reihe "Kolonialismus im Spiegel" am 1. Oktober - ONLINE - mit der Thematik "Wir sind hier - Koloniale Kontinuitäten in der Bildung"

mit T. Vicky Germain und Kahbit Enow.

Mehr Info dazu findet Ihr unten.

Anmeldungen bitte an drakos@frauenkreise-berlin.de - die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt auf 15 / Anmeldungen von BIPOC werden vorrangig angenommen.

Euer Frauenkreise-Team 

EXHIBITION & VERNISSAGE „ABSTAND“

With art by the artist collectiv PussArt - Admission is free /Donations welcome

A b s t a n d ist eines der großen Schlagwörter von 2020. In diesem Jahr war er eine Maßnahme des Gesundheitswesens um die Ausbreitung einer hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern.

In der Physik kann Abstand aber auch als ein Intervall oder eine Lücke verstanden werden. In dieser Pandemie wurde diese physische Distanz zu einem Intervall für Reflexion, Selbsterkundung und sogar für größere Nähe mit unseren Verwandten und geliebten Menschen.

Aber wir haben ihn nicht alle auf die gleiche Art und Weise erlebt: Der race-bezogene, politische, wirtschaftliche und soziale Status hat eine Kluft zwischen den Gesellschaften geschaffen, die noch tiefer ist als die, die der Virus verursacht hat. Haben wir alle die gleiche Vorstellung von Distanz?

Das Kollektiv von Künstlerinnen*, PussArt, wird sich verschiedenen und verborgenen Perspektiven der Distanz, dem Lockdown und seinen Folgen, sowie der menschlichen Einsamkeit in unserer Zeit annehmen.

Die Ausstellung ist bis zum 25.11.2020 zu sehen

KOLONIALISMUS IM SPIEGEL – Eine Reihe vom Künstler*innenkollektiv migrantas in Kooperation mit den Frauenkreisen

#6 Koloniale Dimensionen von Bildung und Perspektivwechsel

Donnerstag, 01. Oktober 2020 - 16-19 Uhr (musste von früher angekündigten Terminen auf den 1. Okt. verlegt werden) 

16 – 17:30h Uhr Input,
17:30h - 19 Uhr Kreativsession

ONLINE - Anmeldung bitte per mail an drakos@frauenkreise-berlin.de - Die Teilnehmer*innenzahl wird auf 15 begrenzt, BIPOC werden vorrangig berücksichtigt

Zur Reihe allgemein:

Wir fragen uns: Kann ich koloniale Spuren und Kontinuitäten erkennen? Wie beeinflussen sie mein Alltagsleben, meine Position in der Gesellschaft? Finde ich sie in meiner Familiengeschichte? Was für eine Wirkung haben sie auf meine Denkmuster, auf Sprache, auf Zwischenmenschliches? Welche Botschaft möchte ich den Menschen in Berlin dazu mitteilen? Welche Botschaft möchte ich sichtbar machen?

In einer Reihe von Veranstaltungen vermitteln wir Inputs zu Kolonialismus aus verschiedenen Perspektiven und in anschließenden Workshops haben Teilnehmer*innen die Gelegenheit Eindrücke, Reflektionen, biographische Bezüge künstlerisch zum Ausdruck zu bringen – angeleitet vom Künstler*innen-Kollektiv migrantas.

Die Zeichnungen, die entstehen, werden von migrantas in sorgfältiger Abstimmung mit den Teilnehmer*innen in Piktogramme umgewandelt und zum Kurzfilm animiert. Die Premiere wird in Kino hackesche höfe gezeigt.

Der Input
Koloniale Dimensionen von Bildung und Perspektivwechsel

Einen hoch relevanten Teil deutscher Geschichte fasst der Bildungsbereich immer noch nicht an. Die deutsche Verstrickung in Versklavung und Kolonialismus ist ein Komplex, der erfolgreich gemieden wurde.

Ganze Generationen deutscher Schüler*innen sind mit der Vorstellung durch Schule und Uni und in Berufe gekommen, dass Deutschland mit all dem nichts zu tun hatte.

Diese Unterlassung fällt vor allem Schwarzen Menschen und People of Color auf die Füße, die Teil der deutschen Gesellschaft sind – aber im deutschen Alltag kaum als solche vorkommen.
Mangelnde Information und Verdrängung dieser Geschichte verhindern einen konstruktiven Dialog dazu in der weißen Mehrheitsgesellschaft und das Gespräch mit jenen Teilen der Bevölkerung die von dem Erbe des Kolonialismus direkt betroffen sind.

Zuwanderung wird seit jeher als zu bewältigendes und einzudämmendes Problem diskutiert während ebenso lange schon Generationen von Schwarzen Menschen und Menschen of Color – zurecht – eine Bildungspolitik fordern, in der deutsche koloniale Geschichte und alles, was sie an kolonialen Kontinuitäten hervorbringt, endlich sichtbar wird.

Kann diese schmerzhafte Geschichte, die Hierarchien anspricht und sichtbar macht, gelehrt werden, ohne eben diese Hierarchien zu reproduzieren? Wo muss diese Entwicklung ansetzen? Sind Lehrende überhaupt befähigt, diese Inhalte mit einer diversen Schülerschaft bzw. diversen Studierenden zu besprechen? Wie dieses gestaltet werden kann, wird Kern dieses Online Seminars sein.

AfricAvenir hat zusammen mit Erziehungswissenschaftlerin, T. Vicky Germain, "Wir sind hier", eine Didaktik zu Flucht und Migration und deren Verknüpfung mit der Kolonialvergangenheit für Oberschulen entwickelt. Welche Erfahrungen damit gesammelt worden, sowie, welche Erkenntnisse der Prozess der Entwicklung dieser Didaktik hervorgebracht hat, wird hier besprochen.

T. Vicky Germain ist eine Schwarze Aktivistin, Interkulturelle Erziehungswissenschaftlerin, Feministin, Pflegemutter und Projektreferentin, die sich für die Verbesserung der Anerkennung von Kinderrechte und Aufnahmebedingungen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete einsetzt. Kahbit Enow ist Panafrikanistin, Antirassismus-Aktivistin und Vorstandsmitglied im Vorstand von Afric Avenir.