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25.10.2020, Jamal Tuschick

Im Weißen Haus bestimmt ein Regelbrecher die Spielregeln ... Marion erinnert daran, dass Trump nicht der erste derbe US-Präsident ist. Gestern verglich sie Trump mit Nixon. Für Marion ist Trump lediglich ein im Weihnachtssortimentslager vergessener Vorjahrsschokoladenweihnachtsmann.  

Body Count

Ein Schlüssel zur Bewertung eines US-Präsidenten ist der Body Count. Da stellt sich dann die Frage: Wie viele Amerikaner*innen bezahlten die amerikanische Politik einer Amtszeit mit ihrem Leben?

The Metafiction Cabaret - Die AbgesängerInnen Johanna von Malchow und Marc C. Behrens sangen „Der kleine Schein wollte so gern eine Münze sein.“ © Jamal Texas Tuschick

Trump behauptete, „Rage“ in einer Nacht gelesen haben. „Eine sehr offensichtliche Lüge“ nannte das ein Journalist. 

Eingebetteter Medieninhalt

Aus einem Kommentar von Christine Pattison: "Trump’s narcissism compelled him to sit down for these interviews with Bob Woodward. He thought he could finesse his way through the Covid disaster with his nonsensical word salads. Woodward was playing an intellectual game with an unarmed man.

Obama erklärt Trump, wer die größte außenpolitische Aufgabe sein wird, und der vorgeblich Unbelehrbare beherzigt den Rat seines Vorgängers. Er macht die Korea-Abteilung der CIA stark, bevor er zu Kim Jong-un auf Tuchfühlung geht.  

In meinen anmaßendsten Augenblicken habe ich anderen doch nur ein Schauspiel geboten und ihrer Sehnsucht nach Potenz entsprochen. Marion verwendet Potenz selbstverständlich in einem weiblichen Kontext. Sie interveniert und penetriert auf allen Ebenen. In den Arealen ihres Zugriffs fangen Steine an zu schwitzen.

Vielleicht ist das leicht übertrieben. 

Wir reden über Trump, seine Vorliebe für vulgäres Vokabular … das permanente Bedürfnis, die Regeln zu brechen und die Füße auf den Präsidentenschreibtisch zu legen, um es allen zu zeigen, die ihre guten Manieren nicht vergessen dürfen.  

„Trump scheißt die größten Haufen der Ignoranz. Das macht ihn so wertvoll für Millionen von Establishment-Hasser*innen, die sich unwohl fühlen, sobald in ihnen die Ahnung aufsteigt, sie könnten vielleicht doch nicht das Gelbe vom Ei sein und grundsätzlich, und zwar mit jedem Furz, richtig liegen.“  

Wer der Suggestion von Überlegenheit nicht einfach erliegt, macht erstaunliche Entdeckungen. Die notwendige Handlungsbereitschaft, wenn nicht der -zwang in der Superiorität wirken sich als Vorlast aus. Die Bereitschaft aka der Zwang heften die Macht an ihre Gleichgewichtsgrenzen. Das verstanden Bob Woodward und Carl Bernstein (Stichwort: Watergate) bereits in den Siebzigerjahren besser als andere. Die Edelinvestigativen machten der Welt klar, dass man jeden Dumper drankriegt, wenn man intelligent ist und hartnäckig bleibt. Richard Nixon reüssierte als Tricky Dick. Das ist doch gar nicht so weit weg von der Sicht auf den amtierenden Präsidenten, die Trumps Kritiker*innen vereint. Ohnehin entspricht eine gravitätische Staatsführung nicht dem amerikanischen Stil.  

Der amerikanische Falke

Folgen wir Woodward zu den Talenten von der CIA. Denken Sie gemeinsam mit Marion und Angelo an Kim Sung-hyun aka Andrew Kim. Geboren in Pyeongchang, dient der US-Staatsbürger in Moskau, Beijing, Bangkok und in Seoul. Unter Trump zieht er dem basslastigen Resonanzkörper des geheimdienstlichen Koreageschäfts neue Saiten auf.

Gedankenatem

„Über Donald Trump nachzudenken, kommt mir so vor, als wolle man sich an Wind festhalten.“

Trump überwältige die Leute und nehme ihnen den Gedankenatem. Da, wo die Supernova seiner Präsidentschaft entstand, sei der Ursprung einer neuen Linie.

Das sagt Angelo, der verkrachte Mediävist und Briefträger. Er konzediert dem Präsidenten Fähigkeiten, gegen die sein analytischer Scharfsinn keine Chance habe.

„Trump erfindet seine Stärke.“

„Ich habe den Tag gefeiert und nichts darüber hinaus“, bestand Angelo einst in dieser Runde. Getrieben von Schwäche und Intransigenz vermurkste er eine Laufbahn, die wie mit goldenen Lettern vorbuchstabiert schien.