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10.12.2020, Jamal Tuschick

Narrative Realität

Das eigene Leben neu erzählen - Storytelling als Schlüssel für eine erfolgreiche Kommunikation

„Was ist meine Geschichte?“
Zum ersten Mal denkt die Autorin in New York über die Frage nach. Sie ist dreiundzwanzig und hat soeben einen Sprung ohne Netz und doppelten Boden gewagt. Woah! Wie smash ist das denn. In New York wissen die Leute, wie es geht. „Kurz und prägnant“ und oft auch „lustig“ tellen sie ihre Story.

New York: If I can make it there, I’ll make it anywhere ...

Eingebetteter Medieninhalt

Fiktional-Existenzialismus

„Jeder von uns hat eine Geschichte.“

Mit dieser Einsicht taktet Rebecca Vogels auf. Diese Geschichte erklärt unser Leben und vielleicht ist sie sogar noch mehr. Ich lebe in meinen Geschichten. Mein Lebenstraum heißt Textland. Deshalb besticht mich Vogels Idee auf Anhieb.

„Was ist meine Geschichte?“

Zum ersten Mal denkt die Autorin in New York über die Frage nach. Sie ist dreiundzwanzig und hat soeben einen Sprung ohne Netz und doppelten Boden gewagt. Woah! Wie smash ist das denn. In New York wissen die Leute, wie es geht. „Kurz und prägnant“ und oft auch „lustig“ tellen sie ihre Story im Plural der People.

„Egal ob bei einer Fahrt im Taxi, beim Bäcker in der Schlange oder in der U-Bahn – überall (erzählen) mir Menschen ihre Story.“

In Arenen des Zufalls listen sie ihre Antriebe. Gern erläutern sie, was sie morgens in Gang setzt und abends aufs Laufband treibt. Sie zeichnen der Zuhörerin eine Schatzkarte, auf der Highspeed-Quellen ihres Ehrgeizes vermerkt sind. Zu erkennen geben sie sich stets als gewiefte Krisenmanager*innen.  

Vogels begreift: „Wir sind alle die (Autor*innen) unserer eigenen Lebensgeschichte.“

Storytelling als strategische Intervention 

Die Großerzählung bietet uns buchstäblich phantastische Gestaltungsmöglichkeiten. Sie erlaubt, die Walze der Phantasie aus dem Innenweltfuhrpark in den physischen Raum zu steuern. Ich sage das kurz mit meinen Worten. Der Fiktional-Existenzialismus zählt zur Gedankenkraft und die Gedankenkraft findet statt im Milieu von Magic Force (man sieht etwas, erkennt aber nicht, wie es zustande kommt). Das ist sehr weit weg von Stupid Force und Monkey Dance. 

Der Fiktional-Existenzialismus koinzidiert mit der Totalfiktion. Er hebt uns an und macht uns endlich zu Regisseur*innen. Jetzt entscheiden wir, wer welche Rolle spielt. Wir beanspruchen die Deutungshoheit, soweit es unser Leben betrifft. Dafür gehen wir durch die Decke, wenn es denn sein muss. Wir stoßen aus der Passivität in die kontrollierte Offensive vor, unabhängig von unseren geografischen und sozialen Standorten. Vogels zieht von New York nach Wien, dann nach Boston und San Francisco. Sie schließt ihr Studium ab, heiratet Benjamin nach langer Prüfung und macht sich selbständig. Sie betreibt eine Art Geburtshilfe für das biografische Begreifen. Vogels schlägt ihre Klient*innen aus den Massenverpackungen und zeigt ihnen das ureigene Bio-Path-Outfit. Wer den Bio-Path beschreitet, avanciert zwangsläufig zur Herzogin des Selbst. 

Aus dem Pressetext

Stellen Sie sich manchmal auch folgende Fragen:

  • Wie kann ich mich im Gespräch interessanter machen?
  • Wie schaffe ich es, intensivere Beziehungen aufzubauen?
  • Wie würde es sich anfühlen, AutorIn der eigenen authentischen Lebensgeschichte zu sein?

Die Antwort lautet: Vergessen Sie Smalltalk. Vergessen Sie all die eingemeißelten und doch so austauschbaren Daten und Fakten. Erzählen Sie ihre eigene persönliche Lebensgeschichte! Und lassen Sie vor allem nicht die wirklich prägenden Erlebnisse aus. Rebecca Vogels zeigt, wie wir mit der Methode des Storytellings unser Leben selbst in die Hand nehmen und unsere Identität definieren können.

Wenn wir uns mit unserer Geschichte auseinandersetzen, erkennen wir, was uns antreibt und was wir wirklich wollen, wir sehen rote Fäden, die vielleicht auf den ersten Blick nicht sichtbar waren, und wir können unser Leben mit diesem Wissen besser gestalten.

Gemäß dem Motto “Story first” können wir unsere Geschichte planen, die Muster in unserem Leben erkennen und unser Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen.

“Erzähl dein Leben neu” ist nicht nur ein Ratgeber, welcher aufzeigt, wie Storytelling strategisch angewendet werden kann, sondern auch ein Wegweiser in die Tiefen der eigenen Persönlichkeit.

Über die Autorin:

Rebecca Vogels ist Gründerin der Agentur “All of the Above” und berät Firmen zum Thema Storytelling. Sie hat viele Jahre in den USA gelebt und bei einem der größten Technologieunternehmen der Welt, beim Salesforce Incubator, gearbeitet. Unter anderem dort hat sie das Prinzip “Story first - product second” kennengelernt. Neben der Tätigkeit in ihrem eigenen Unternehmen schreibt sie für Forbes und Huffington Post über die Zukunft des Storytellings und natürlich über ihre persönliche Story.