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28.12.2020, Jamal Tuschick

Betreff: Pressemitteilung | Nicolas-Born-Debütpreis 2020 für Thilo Krause

Thilo Krause erhält den Nicolas-Born-Debütpreis 2020

Liebe Kolleg*innen,

Thilo Krause wird für seinen Debütroman Elbwärts mit dem diesjährigen Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet – wir gratulieren unserem Autor sehr herzlich!  „Krause verknüpft [die] Sphären des Einst und Jetzt mit Behutsamkeit, Unaufdringlichkeit und Geschmeidigkeit. Die Sprachmacht des Lyrikers verbindet sich so mit der Gewandtheit eines Erzählers, der genaue Beobachtungen anstellt ohne sie selbst auszudeuten. Entstanden ist so eine neue Form diskreter politischer Prosa, die subtiler wirkt als laute Anklagen, Appelle und Parolen.“ (Aus der Jurybegründung)

Das Land Niedersachsen verleiht alle zwei Jahre den Nicolas-Born-Preis für Literatur sowie den Nicolas-Born-Debütpreis, im Wechsel mit dem Walter-Kempowski-Preis für biografische Literatur. Seit 1995 wird gleichzeitig zum Hauptpreis ein Literatur-Förderpreis vergeben, seit 2009 als "Nicolas-Born-Debütpreis", er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zur Niedersächsischen Literaturpreisjury gehören: Kathrin Dittmer (Literaturhaus Hannover), Prof. Dr. Alexander Košenina (Leibniz Universität Hannover), Dr. Tilmann Lahme (Leuphana Universität Lüneburg, Vorsitzender), Prof. Dr. Annette Pehnt (Universität Hildesheim), Volker Petri (Landesverband Nord des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Ulrike Sárkány (ehem. NDR Kultur) und Anja Vogel (Buchhandlung Vogel).

Aus der Ankündigung

Wie begegnet man seiner fremd gewordenen Herkunft? – Thilo Krauses eindringlicher Roman über unser Land und unsere Zeit

Ein junges Paar kehrt nach Jahren zurück ins Felsland der Sächsischen Schweiz. Der Wunsch, sich an den Kindheitsorten ein neues Leben aufzubauen, mündet in die Konfrontation mit der Herkunft, aber auch mit einer neuen Fremdheit. Der Erzähler erinnert sich: an den Schulfreund, der damals beim gemeinsamen Klettern sein Bein verlor. An den öffentlichen Tadel in der Schule beim sozialistischen Fahnenappell. Thilo Krauses erster Roman erzählt vom Versuch der Heimkehr in ein fremdgewordenes Land. Es gibt nicht nur Apfelbäume und Elbwiesen, es gibt auch das Sommercamp der Neonazis, und am Misstrauen des Dorfes droht auch das Paar zu scheitern. Ein intensiver Roman über unser Land und unsere Zeit.

Thilo Krause, geboren 1977 in Dresden, lebt und arbeitet in Zürich. Seit 2005 veröffentlicht er literarische Texte in Zeitschriften (u.a. Akzente, Sinn und Form), Zeitungen (u.a. Die Zeit, Zürcher Tagesanzeiger) und Anthologien. Für seine Gedichte wurde Thilo Krause 2012 mit dem Schweizer Literaturpreis und 2016 mit dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg sowie dem ZKB Schillerpreis ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen 2018 sein Gedichtband Was wir reden, wenn es gewittert, für den er den Peter Huchel-Preis erhielt, 2020 sein Roman Elbwärts, der mit dem Robert Walser Preis ausgezeichnet wurde.