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02.01.2021, Jamal Tuschick

Kultur im Ghetto - Jahresrückblick

Symbolfoto © Jamal Texas Tuschick

Liebe Freundinnen und Freunde,

hier kommt ein Jahresbrief zum Corona-Jahr: nur wenig konnte vor der corona pandemie stattfinden. Dennoch haben sich gerade jetzt neue Ansätze finden lassen und wir hoffen auf die Jahre 2021 und 2022.

Auch traurige Nachrichten mussten wir hinnehmen:

Wir haben vom Tod des Fotografen Jürgen Schadeberg, des Chronisten der Apartheid, des Exils und der Wende am Kap, erfahren.

Jürgen kennenlernen und ihn auf einer kleinen Strecke begleiten zu dürfen war ein großes unvergessliches Glück.
Wir haben auch aus den Medien die Todesnachricht vernommen und waren beeindruckt von der großen Zahl der Berichte und der Sorgfalt der Berichterstattung. 

Die ganze Welt hat verstanden, welch Verlust dieser Abschied ist. Sein Werk wird erhalten bleiben, aber seine Stimme wird uns fehlen.

Fotografie von Jürgen zeigen wir in allen Konzerten von Jazz gegen Apartheid.

Herzlichen Wünsche und Grüße für ein gesundes Neues Jahr,

Jürgen Leinhos 

 *

Ich führe hier einmal einige ursprünglich geplante Themenschwerpunkte 2020 auf:

300 Jahre Georg Philipp Telemanns la Bourse

vor genau 300 Jahren schuf Georg Philipp Telemann in Frankfurt die Vertonung des ersten weltweiten Börsenkrachs (Mississippi-Hoffnung). In Sinne des Kulturellen Gedächtnisses hat „Kultur im Ghetto“ dazu eine Klanginstallation von und mit Erwin Stache geplant, die wir jedoch aus Corona-Gründen in die Zukunft verschieben mußten. 

(Materialübersicht: Georg Philipp Telemann Suite B-Dur "LA BOURSE" für 2 Oboen, Fagott, Streicher, Basso Continuo - Michael Sell: Konzertante Interpretation von "La Bourse" des Georg Philipp Telemann aus dem Jahre 1720 vom Liebfrauenberg in Frankfurt der Welt überlassen)

Ausblick: wir müssen alle Pläne neu machen.

Jazz gegen Apartheid – Musik von Johnny Dyan / Fotografie von Jürgen Schadeberg

Wegen „corona“ mussten wir die Termine dieser Konzerte verschieben auf Herbst 2021. Sehr schnell hatten wir sechs neue Spielorte gefunden. Davon zwei nicht in Frankfurt, sondern in Basel und Darmstadt.

In diesem Herbst 2020 wollten die Auoren Vusi Mchunu und Struan Douglas zu den Konzerten nach Frankfurt kommen, darüber schreiben und aktiv mit veranstalten. Aus "corona"-Gründen konnten beide nicht kommen; unsere Gespräche führten jedoch weiter: inzwischen sind wir für Oktober 2022 zu Konzerten und Workshops nach Johannesburg und Kapstadt eingeladen.

Offenkundig werden die Ansätze aus Südafrika konkreter: eine Heimkehr der Lebenswerke von Johnny Dyani (Musik), Chris McGregor (Musik), Jürgen Schadeberg (Fotografie), Ben Khumalo (Bibelübersetzung in die süafrikan. Sprachen) oder Neville Alexander (Pädagogik der Befreiung) könnte das Kulturelle Gedächtnis auf den Weg bringen.

Ausblick: Oktober 2021 - Konzerte in Frankfurt, Basel und Darmstadt; Oktober 2022 - Konzerte und Workshops in Johannesburg und Kapstadt.

"Eine Geschichte - eine Musik" - Galeano-Projekt für Sprecher und Jazz-Quartett

Inspiriert von Eduardo Galeanos Geschichten um das Phänomen Lateinamerika.
Nur ein Konzert konnte vor der corona pandemie stattfinden.

Ausblick: Erst 2021 kann das Projekt fortgesetzt werden.

"Swing tanzen verboten" 

Die Reihe der Gesprächskonzerte "Swing tanzen verboten - als Jazzmusiker im III.Reich" - auch sie sollte 2020 fortgesetzt werden, insbes. in Gymnasien, da besonders hier nicht alle Anfragen für 2019 abgearbeitet werden konnten.

Ausblick: Es gibt weitere Anfragen, auch Interwiews und blogs, auch 2021 wird es Beiträge im Internet geben. Gesprächskonzerte wollen wir so bald als möglich folgen lassen.