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07.01.2021, Jamal Tuschick

Betreff: Pressestatement: "Der Lockdown wird zum Lockout für die junge Generation"

Lockout

© Generationen Stiftung/Gregor Fischer

Pressestatement zur Verlängerung des Lockdowns
Berlin, 06.01.2021

"DER LOCKDOWN WIRD ZUM LOCKOUT FÜR DIE JUNGE GENERATION"
Mit Blick auf die Lockdown-Verschärfung klagt die Generationen Stiftung eine Benachteiligung junger Menschen an. Sie fordert eine tragfähige Strategie für die Bildungspolitik sowie eine stärkere Inpflichtnahme der Wirtschaft.

Die gestern beschlossene Verschärfung des Lockdowns geht auf Kosten der jungen Generation und lässt eine langfristige politische Strategie vermissen. Eklatant offenbart sich dies in der Bildungspolitik: Obwohl die Wissenschaft bereits letzten Sommer eine zweite Welle prognostizierte, fehlt es ein halbes Jahr später noch immer an Konzepten für Distanzunterricht, um das Bildungsniveau und Chancengerechtigkeit zu wahren.

Britta Ernst, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, behauptete heute im Interview mit radioeins: "Es gehört zur Pandemie, dass man gerade keine monatelangen Pläne schmieden kann." Moritz Piepel, Mitglied des Jugendrats der Generationen Stiftung, kommentiert: "Diese Aussage ist an Unverfrorenheit nicht zu überbieten und kommt einer Arbeitsverweigerung gleich. Es gehört untrennbar zu Krisensituationen, dass man sich auf verschiedene Szenarien vorbereitet und Entwicklungen antizipiert. Diese Kompetenz fordern wir von der Politik ein. Der gestern vorgelegte "Plan" der Kultusministerkonferenz zeugt von einer Planlosigkeit, die schockiert und ein Schlag ins Gesicht der jungen Generation ist." 

Moritz Piepel ergänzt: "Die Nachricht des verlängerten Herunterfahrens ohne Vision und Perspektive ist für die Schüler:innen dramatisch. Wir brauchen im Bildungssystem sofort langfristig tragfähige Konzepte, wie der Lernrückstand kompensiert werden kann. Ansonsten verlieren viele Schüler*innen endgültig den Anschluss – mit fatalen Folgen für ihren weiteren Berufsweg. Das Verteilen von Tablets allein ist dabei noch keine ernstzunehmende Digitalstrategie. Der Unterricht muss unter den aktuellen Bedingungen ganz neu ausgerichtet und Lehrpläne angepasst werden. Auch brauchen wir dringend Lösungen, wie Schulabschlüsse in diesem Jahr realistisch und fair absolviert werden können."

Claudia Langer, Vorstand der Generationen Stiftung, betont: "Der Lockdown wird gerade zum Lockout für die junge Generation und verschärft soziale Ungleichheit. Die Jungen haben ein Recht darauf, dass wir alles daran setzen, den Lockdown so kurz wie möglich zu gestalten. Aktuell werden sie von der Politik überproportional benachteiligt. Wir müssen jetzt alle Möglichkeiten zur Einschränkung des Infektionsgeschehens ausschöpfen und dies bedeutet, dass die Wirtschaft deutlich konsequenter mit einbezogen werden muss: Wir brauchen eine Pflicht zum Homeoffice für alle, die nicht systemrelevant sind oder aus triftigen Gründen präsent sein müssen. Es darf nicht sein, dass in allen Lebensbereichen Verbote erlassen werden und Schulen geschlossen bleiben, aber an Unternehmen nur vorsichtig appelliert wird. Diese Schieflage ist der breiten Bevölkerung nicht mehr vermittelbar und stärkt demokratiekritische Kräfte. Der Ernst der Lage erfordert, dass alle den maximalen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens leisten, auch die Unternehmen."

Im Sinne der Generationengerechtigkeit und um die Kollateralschäden für die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft zu reduzieren, fordert die Generationen Stiftung von der Bundesregierung ein konsequentes, konsistentes Nachbessern der Maßnahmen bei Bildung und Wirtschaft sowie die Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Verkürzung des Lockdowns.



Über die Generationen Stiftung
Die Generationen Stiftung ist die überparteiliche Interessenvertretung der jungen und kommenden Generationen. Ihr Ziel ist die Umsetzung unbedingter Generationengerechtigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Einzigartig ist dabei, dass in der Stiftung junge Erwachsene und ältere Expert*innen gemeinsam und auf Augenhöhe an Lösungen für die existentiellen Probleme unserer Zeit arbeiten.

Über den Jugendrat
Der Jugendrat der Generationen Stiftung ist eine Plattform für junge Aktivist*innen und politische Talente aus ganz Deutschland. Gemeinsam starten sie öffentlichkeitswirksame Kampagnen und setzen sich für die Themen der jungen Generation ein. Nachdem der Jugendrat mit der Kampagne #wirkündigen im November 2018 symbolisch den Generationenvertrag aufgekündigt hat, ist im November 2019 der Spiegel-Bestseller "Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen" erschienen – geschrieben von acht Autor*innen aus dem Jugendrat. Im Mai 2020 startete der Jugendrat eine Kampagne für einen "Generationen-Rettungsschirm".

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Irmela Wrogemann | Presse

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