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13.04.2021, Jamal Tuschick

Das Schloss der CIA in Sevilla; Schauplatz bizarrer Initiationsrituale © Jamal Tuschick

Frameshift

Mercy Beaverbee sagte ja zu jedem Keks

Goethes Definition des Streichquartetts, „Man hört vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten“, geht von einer Gleichberechtigung der Musiker:innen aus, die sich heute wie der Rülpser eines historischen Wohlbehagens ausnimmt. In Wahrheit sind Kammerkonzertanten in einer Konkurrenzgemeinschaft im aufmerksamsten Gegeneinander miteinander verbunden und umgekehrt. Die Interaktivitäten laufen so ab, wie es Robert „Unser Goethe heißt Heinz Schenk“ Gernhardt besser wusste:

„Einer immer noch begabter als du“

Immer einer behender als du/ Du kriechst/ Er geht/ Du gehst/ Er läuft/ Du läufst/ Er fliegt: Einer immer noch behender./ Einer immer begabter als du/ Du liest/ Er lernt/ Du lernst/ Er forscht/ Du forschst/ Er findet: Einer immer noch begabter.

Zurzeit, wir schreiben das Jahr 2029, ziehen sich Ermittlungen im Virtuosenmilieu hin. Gloom Costigan, Brain (nicht Brian) Thundergold und Arizona Coogan arbeiten wie eh und je Hand in Hand. Sie beobachten den Paartrott von Musiker:innen, die sich in gemäßigter Rivalität aneinander reiben. Allen überlegen ist Mercy Beaverbee. Von klein auf stets größer als irgendwer in der Vergleichskohorte, vollzog sich das Drama des begabten Kindes bei ihr in vollendeter Affirmation. Mercy sagte ja zu jedem Keks. Inzwischen sagt sie ja zu jedem Drink und so auch zu jedem Ballerino, der seine eigene Exzellenz, seinen Ehrgeiz und seine Leidensbereitschaft nur im Bund mit einer Kongenialen genießen kann.

Das kann man auch ganz anders sagen. Die Musenprinzessin Mercy steht auf hungeraffine Eleven, deren Karrierepläne ... Gleich mehr.