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06.05.2021, Jamal Tuschick

Symbolbild © Jamal Tuschick

Pressemitteilung

Corona & Communites - Intersektionale Perspektiven auf die Pandemie & weitere Veranstaltungen im Mai

Liebe Freund*innen,

Weiter unten im Newsletter findet Ihr unser Programm der nächsten 2 Wochen, sowie den Hinweis auf den Book Club, der im Juni in die nächste Runde geht.

Wir thematisieren weiterhin die Pandemie und wie insbesondere marginalisierte Frauen* betroffen sind - nicht nur, weil sie überproportional häufig an Corona erkranken und sterben, sondern auch und gerade warum das so ist und was dies mit sexistischer, rassistischer und klassistischer Unterdrückung zu hat (mehr Details dazu findet Ihr auch unten).

Dieses Anliegen war auch präsent in den Reden und Forderungen von Akteur:innen, die am 1. Mai protestierten. Aber mit massiver Repression und eskalativer Gewaltanwendung hat die Polizei und der darüber stehende Innensenat in Berlin deutlich gemacht, dass es keine Bereitschaft gibt, die schlimmen prekären Verhältnisse wahrzunehmen und anzuerkennen und Maßnahmen dringender Umverteilung und Umstrukturierung einzuleiten.

Das klagen wir an und fordern:

Leave noone behind! Nicht in Berlin und auch sonst nirgendwo!

Und in diesem Sinne wollen wir auch auf die schlimme Vernachlässigung von Menschen aufmerksam machen, die von der Gesellschaft behindert werden und die Situationen ausgesetzt werden, in denen eine solche Tat passieren kann, wie der Mord an vier Personen mit Behinderungen in einem Wohnheim in Potsdam in der letzten Woche.

Die strukturelle und paternalistische Verschiebung der Betroffenen an den absoluten Rand und die praktisch kaum vorhandene Repräsentation in gesellschaftlichen Bereichen - vor allem Politik & Medien - wo Einfluss genommen werden kann auf behinderte Lebensrealitäten und die Gestaltung einer barrierefreien Gesellschaft, bleiben unsichtbar. Die umgehende Gestaltung inklusiver Konzepte, um dieses mehrheitsgesellschaftliche Versagen sichtbar zu machen und umzukehren, wird verschleppt, einfach weil es möglich ist.

Außerdem lässt die Berichterstattung eine intersektionale Analyse des Gewaltverbrechens in Potsdam vermissen. Wir erfahren nicht, ob die Opfer weitere strukturelle Ausschlüsse erfuhren, außer aufgrund der Behinderung. Beipielsweise als Frauen* oder nicht cis-geschlechtliche/queere Personen oder auch als BIPOC.

Dies auszuschließen wäre das mindeste - auch wenn ansonsten die Privatsphäre der Opfer und der betroffenen Familien geschützt werden soll.

Am 8. Mai gehen wir als Teil des "Aktionsbündnis Antira" wieder auf die Straße - um im Gedenken an ALLE Opfer des Nationalsozialismus und an die Befreiung vom Naziregime auch anzumahnen und anzuklagen, dass auch heute in Sicherheitsbehörden rassistische und faschistische Haltungen, Verhaltensweisen und Praxen - bis hin zu Morden - präsent sind und virulent sind. Demonstriert mit uns! Wir treffen uns um 13 Uhr am Platz der Luftbrücke vor dem LKA.

Euer Frauenkreise-Team