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17.06.2021, Jamal Tuschick

Symbolfoto © Jamal Tuschick

Pressemitteilung

Impfpatente sind mal wieder ein Ausdruck des kapitalistischen und rassistischen UND patriarchalen Systems

Liebe Freund*innen,

Alle sind wieder draußen unterwegs - wir freuen uns mit Euch, dass ein soziales Leben wieder stattfinden kann und trotzdem haben wir noch zwei Veranstaltungen, die im digitalen Raum stattfinden. Da die Themen uns am Herzen liegen und uns auch alle betreffen, wünschen wir uns natürlich trotzdem eine lebhafte und zahlreiche Teilnahme und erinnern auch noch mal daran, dass wir trotz aller wieder gewonnenen Freiheiten mitnichten die Pandemie überwunden haben und auch immer noch die wiedergewonnenen Möglichkeiten gerecht über den Planeten verteilt sind.

Impfpatente sind mal wieder ein Ausdruck des kapitalistischen und rassistischen UND patriarchalen Systems, die uns nicht deswegen weniger zornig und solidarisch sein werden sollten, weil wir auf der privilegierten Seite der Gleichung stehen. Bleiben wir solidarisch! Die Impfpatente müssen freigegeben werden!

Bald endet die Schule und die großen Ferien beginnen - auch das ein Ausdruck von Privileg in einer Welt, in der "Urlaub machen" alles andere als Selbstverständlichkeit ist. Die allermeisten - vor allem Frauen* - machen nie Urlaub und auch das sollte uns umtreiben. Was aber hier in Deutschland im Kontext Schule einfach fassungslos macht, ist die Verstärkung von Ungleichheit im Bildungssystem durch die Regelungen und Notenvergabe in der Pandemie.

Schüler:innen mit massiv unterschiedlichen Möglichkeiten für Homeschooling und mit massiv ungleich verteilten Ressourcen und häuslichen Gegebenheiten für lernen und teilhaben, werden weiterhin benotet. Solidarisches Handeln und rassismuskritischer, feministischer und machtkritischer Umgang mit Schulalltag und Einordnung von Leistung - Fehlanzeige! 

Wir fordern: Eine Würdigung und einen angemessenen Ausdruck von Dankbarkeit ALLEN Kindern gegenüber, die in dieser Pandemie am wenigsten Agency haben und ohne Werkzeug für organisierten Protest oder die Sprache für Widerstand solidarisch alle Regeln und Bestimmungen mittrugen und weiterhin mittragen. Dabei geht es um nichts weniger als ihre Bildung, um ihre Zukunft, um ihren Platz und ihre Position in den Systemen, die unsere Gesellschaft und unseren Alltag bestimmen. DAS verdient Anerkennung und DAS ist das allerwichtigste Ergebnis dieser Zeit - nicht die Leistungen in Mathe oder Deutsch!   

In diesem Sinne... Geben wir unseren Kindern die Anerkennung, die sie verdienen und die sie leider von der Gesellschaft kaum bekommen! Wir senden solidarische Grüße, bleibt gesund!

Euer Frauenkreise-Team

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ONLINE Gespräch zum Film "Coded Bias" - im Rahmen des Digitaltages 2021

(“Coded Bias” by Shalini Katayya (USA, 2020, 90 min, OVmdU)) 

Freitag, 18. Juni 2021 • 19 – 21.45 Uhr - Beginn des Gesprächs ist 20:45h

Coded Bias wurde 2020 auf dem Sundance Filmfestival uraufgeführt und folgt der Forscherin Joy Buolamwini des Massachusetts Institute of Technology bei ihrer Erforschung von Bias in der Gesichtserkennungstechnologie (FRT) und anderen Formen der künstlichen Intelligenz (KI). Voller Beispiele aus der Praxis ist die Botschaft des Dokumentarfilms klar: Wir sind in Schwierigkeiten.

In dem Film beginnt Buolamwini, Voreingenommenheit in der KI zu untersuchen, nachdem sie bemerkt hat, dass ein Gesichtserkennungsprogramm ihr Gesicht nicht identifizieren kann.

Als Schwarze Frau erkennt die Technologie ihr Gesicht nur, wenn sie eine weiße Maske aufsetzt. Nach weiteren Untersuchungen entdeckt sie ein Muster: FRT- und KI-Technologie neigen dazu, gegen historisch marginalisierte Menschen voreingenommen zu sein.

Wir werden um 19 Uhr zusammenkommen und nach einer kurzen Begrüßung und einleitenden Worten dann zeitgleich die Doku über Netflix schauen - jede:r über den eigenen Account (wer keinen eigenen Account hat, kann im Freund:innen- und Bekanntenkreis fragen, oftmals hat da jemand noch einen Zugang übrig, oder Ihr nutzt die Gelegenheit und tut Euch mit jemand zusammen für das Event, die:der Netflix nutzt.)

Aus Gründen der Transparenz möchten wir sichtbar machen, dass es leider nicht möglich war, Mittel für die Lizenz für den Film zu akquirieren, so dass der Weg über die Streaming-Plattform die einzige Möglichkeit war, die Veranstaltung mit dem Gespräch im Anschluß durchzuführen. Im Stream stehen darüber hinaus mehrere Sprachen zur Verfügung. Eine Lizenz hätte nur die Englische Originalversion beinhaltet.

Ab 20.45 Uhr werden wir mit zwei Expertinnen zum Thema Rassismus und künstliche Intelligenz diskutieren.

Miriam Klöpper ( Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft) und Jessica Wulf (AlgorithmWatch) werden nach der Filmvorführung für ein Expertinnengespräch anwesend sein und eure Fragen beantworten.

Es ist auch möglich an der Diskussion teilzunehmen, ohne vorher die Doku zu gucken, und naturlich kann die Doku auch zu einem anderen Zeitpunkt vor dem Gespräch geschaut werden.

Bitte unter drakos@frauenkreise-berlin.de anmelden.

Eintritt frei – Sprache: Deutsch - ONLINE

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VORTRAG & AUSTAUSCH  //  Diagnose Brustkrebs – Zwischen Angst und Hoffnung
mit Künstlerin, Heilerziehungspflegerin und Aktivistin Wilma Nyari

Donnerstag, 24. Juni 2021 • 19 - 21 Uhr

Wilma Nyari spricht offen über ihre Brustkrebserkrankung – und über das Überleben mit dieser Diagnose, mit der Krankheit und mit allem, was dies für sie – auch als Schwarze Sintezza mit einer Biographie voller Schmerz und Hürden - bedeutete und bis heute bedeutet.

Der Vortrag ist ein Erfahrungsbericht, der sich nicht auf die Fakten und Daten von Brustkrebserkrankungen beschränkt, sondern auch auf die emotionale und psychische Dimension eingeht. Das Leben zwischen Angst und Hoffnung, die Sorge, das aller Barrieren zum Trotz erstrittene Leben zu verlieren, die Vorstellung oder Notwendigkeit der Mastektomie und das Zurückgeworfen werden auf längst überwunden geglaubte Vorstellungen von Frau sein, von Weiblichkeit, von Schönheit – all das findet Raum in dieser Runde mit Wilma Nyari.

Wir begrenzen die Teilnehmer:innenzahl auf 25, um einen intimen Raum auch online herzustellen und laden insbesondere Betroffene ein, dabei zu sein. 

Anmeldung per Mail an: drakos@frauenkreise-berlin.de

Teilnahme kostenlos / 5 € Spende empfohlen  -  Sprache - Deutsch  -  ONLINE

Unsere Bürozeiten sind

Mo - Do von 12.00 - 16.00 Uhr

Wir sind aber auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar.
Sollten wir Ihren Anruf nicht persönlich entgegennehmen, hinterlassen Sie eine Nachricht und Ihre Nummer. Wir rufen Sie gerne zurück.

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