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26.02.2022, Jamal Tuschick

Die Tatsache, dass der russische Autokrat und die russische Föderation genauso imperial und kolonial und hegemonial rücksichtslos durch die Welt pflügen - einfach weil sie es können - ist keine Legitimation für Blockpolitik. Es ist eben diese Blockpolitik, die ein Hangover aus dem letzten Jahrhundert ist und sie wird gerne als sogenannte Realpolitik verkauft, dabei steckt unter diesem Label vor allem das: weiße, patriarchale, kolonial-hegemoniale, kapitalistische und militaristische Interessenpolitik.

Pressemitteilung

Liebe Freund*innen der Frauenkreise!

Gleich ein paar Gedanken zur Tagespolitik #Ukraine & #Krieg - vorher aber die Einladung zu unserem

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PRÄSENZ-Screening der Doku

"ADIKORO" - über Frauen* in der Musikindustrie in Ghana // von und mit Filmmacherin Pamela Owusu-Brenyah //

am Donnerstag, den 03. März 2022 um 19 Uhr bei uns in den Räumen (2G+) - Meldet Euch an, die Plätze sind begrenzt: einfach mail an

drakos@frauenkreise-berlin.de - für mehr Info zum Film weiter runterscrollen!

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Mit einem Krieg in nächster Nähe ist es naheliegend, dass unsere Aufmerksamkeit davon gefesselt ist. Die räumliche Nähe macht, dass diese Realität nicht abstrakt bleibt, sondern nur allzu physisch-körperlich gespürt wird.

Nicht zuletzt durch Überlegungen, wie einsatzbereit überhaupt deutsches Militär sei und darüber, dass ja nun "wieder" mit Fluchtbewegungen nach Deutschland zu rechnen ist - als ob es die nicht ungebrochen 24/7 gibt, außer dass sie durch fahrlässiges Ertrinken lassen kaum hier ankommen und aus dem Fokus gehalten werden.

Es wird die enge Verständigung von EU und NATO mantra-artig heruntergebetet, als wäre dieser Allianz territoriale Integrität jemals heilig gewesen - Stichworte: Afghanistan, Irak, indigene Territorien in den USA, Kanada, Südamerika & weltweit, Siedlungspraxis in Israel, China-Taiwan-Verhältnis, koloniale Kontinuität von Landbesitz in Südafrika, raubtierkapitalistisches Corporate Landgrabbing überall da, wo begehrte Bodenschätze aufgespürt werden, verbunden mit der Vertreibung ganzer Dorfgemeinschaften, u.v.m.

Die Tatsache, dass der russische Autokrat und die russische Föderation genauso imperial und kolonial und hegemonial rücksichtslos durch die Welt pflügen - einfach weil sie es können - ist keine Legitimation für Blockpolitik. Es ist eben diese Blockpolitik, die ein Hangover aus dem letzten Jahrhundert ist und sie wird gerne als sogenannte Realpolitik verkauft, dabei steckt unter diesem Label vor allem das:

weiße, patriarchale, kolonial-hegemoniale, kapitalistische und militaristische Interessenpolitik.

Und als intersektional-feministische Aktive müssen wir das so auch benennen und sollten nicht in den Blockmist-Chor einstimmen, sondern das im Blick behalten, was eben in der Rhetorik dieser Interessenpolitik verschleiert wird. Es sind vor allem Frauen bzw FLINTA*, die zwischen den Fronten einstecken. Und sie sind es gleichzeitig, deren Haltungen keine Beachtung finden und nicht am Hebel sitzen.

Keine der Akteur:innen hat sich mit Ruhm bekleckert - ob Putin, NATO, EU, Separatist:innen oder Selenskyj und seine Regierung. Sie haben ihr Schach gespielt und jetzt werden die ukrainischen Bäuer:innen geopfert. Schande, dass wir immer noch diesen Mustern ausgeliefert sind.

Starke zivilgesellschaftliche Widerstände gegen JEDEN Krieg und gegen JEDE Unmenschlichkeit ÜBERALL sind das, wofür intersektionale feministische internationalistische Vernetzung immer schon mobilisierte und organisierte und sie bleibt das, was zu tun bleibt. Respekt an die vielen Protestierenden in Russland selbst!

In diesem Sinne: ununterbrochene widerständige und solidarische Grüße,

Euer Frauenkreise-Team

Präsenzveranstaltung

SCREENING & GESPRÄCH  „Adikoro“ (Documentary, Ghana, 2021, 27 min)

African pop and women’s visibility in the music industry – by Pamela Owusu-Brenyah

Donnerstag, 03.03.2022  • 19 Uhr

This documentary explores African pop and women’s visibility in the music industry in Ghana.

The literal translation of ‘Adikoro’ would be ‘one and the same’. It refers to the demand that women receive the same opportunities and possibilities in the music industry as men in terms of payment, performance opportunities or radio and TV play, and to not be disadvantaged.

The word Adikoro which comes from Asante Twi, refers to the idea that women have the same skills and the same talent as their male counterparts. They have played their part in the Ghanaian music history, but we don’t read or hear so much about their contributions, and Pamela Owusu-Brenyah felt the need to talk about it and document it.

Her goal with this documentary is to have a substantial impact on people and initiate a conversation not just in Germany and outside of the African continent, but also within Ghana. She will be present for a talk/Q&A after the screening.

The number of participants is limited to 25, we apply the 2G+ regulations // the admission is free // register here: drakos@frauenkreise-berlin.de

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ONLINE-LESUNG „Feminism While Shutdown“

Eigene Texte - Autor*innen der Pandemie // Thema oder Inspiration: „Sucht und Suche“

Donnerstag, 10.03.2022 • 19-21 Uhr

Seit dem Beginn der Pandemie haben wir mit Euch, unserer großen Frauenkreise Community, unter dem Titel „Feminism While Shutdown“ eine kollektive, kreative Dokumentation von Frauen*perspektiven während des Lockdowns und auf den Lockdown begonnen.

Die Pandemie wütet weiter, die Wellen kommen und gehen und der Lockdown lauert immer noch um die nächste Ecke. Trotz Impfungen gibt es keine Entwarnung. Wir möchten den Impuls, der aus dieser schwierigen Situation entstanden ist, festhalten und regelmäßig etablieren.

Die Lesungen Eurer/unser aller Texte während der und über die Pandemie waren Inseln der Intimität und der Frauen*solidarität. Diese Inseln möchten wir weiter bereisen und immer neue entdecken – mit Euch natürlich UND mit Euren Texten!

Vom Zweizeiler übers Gedicht, vom Essay bis zum Manifest, alles ist willkommen! Haben wir die Lust geweckt zu schreiben? Wir möchten in dieser Edition dem Thema Sucht (& Suche) explizit Raum geben und Euch einladen, dazu eigene Erfahrungen zu verarbeiten.

Schickt Eure Beiträge (zum Kuratieren) bis zum 07. März 2022 an: drakos@frauenkreise-berlin.de - auch anonyme Teilnahme möglich (dann lesen wir oder eine dritte Person auf Wunsch den eingereichten Beitrag) und auch ohne eingereichten Text könnt Ihr dabei sein. // Anmeldung unter drakos@frauenkreise-berlin.de

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ONLINE-LESUNG & GESPRÄCH zu Reproduktiver Gerechtigkeit aus „Kitchen Politics - Mehr als Selbstbestimmung! Kämpfe für reproduktive Gerechtigkeit"

Mit Anthea Kyere & Susanne Schultz // I.R.d. internationale Wochen gegen Rassismus

Mittwoch, 23.03.2022 • 19-21 Uhr

Reproduktive Gerechtigkeit meint mehr als  das  Recht,  sich  für  oder  gegen  Kinderkriegen  zu  entscheiden.

Reproduktive Gerechtigkeit umfasst das  Recht,  Kinder  frei  von  Gewalt  und  unter  guten  Lebensbedingungen großzuziehen  und  mit  ihnen  in  verschiedensten  Konstellationen  zusammenzuleben. 

Reproduktive Gerechtigkeit nimmt  tief  verankerte  Ausschlüsse  und  Formen  der  Gewalt  unter  die  Lupe  und  lässt  sich  nicht  losgelöst  von kolonialer  und  kapitalistischer Ausbeutung,  der  Kriminalisierung  von  Migration,  Institutionen  der  Einsperrung  und behindernden Strukturen denken.

Loretta J. Ross ist eine der Schwarzen Feminist*innen, die dieses Konzept 1994 in den USA entwickelten. Sie schlägt reproduktive Gerechtigkeit als anti-essentialistischen Rahmen für intersektionale Allianzen vor. An einen Text von ihr anschließend versammelt der Band vielstimmige Analysen, Gespräche und Statements.

Wir sprechen mit zwei der Autor:innen, mit Anthea Kyere & Susanne Schultz über das Konzept und die Kämpfe dahinter.
Die Teilnahme ist kostenlos // Anmeldung unter drakos@frauenkreise-berlin.de

Unsere Bürozeiten sind

Mo - Do von 12.00 - 16.00 Uhr
Wir sind aber auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar.
Sollten wir Ihren Anruf nicht persönlich entgegennehmen, hinterlassen Sie eine Nachricht und Ihre Nummer. Wir rufen Sie gerne zurück.

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