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07.11.2018, Jamal Tuschick

Eine Selbstbefriedigungsszene macht die Geschichte auf. Der Akt erscheint als Dienstleistung ...

Fordernde Bedürftigkeit

Andreas Kilb nannte den Film eine „Zumutung“. Zugemutet werden dem Zuschauer semi-dokumentarische Ansichten körperlicher Deformationen und schlichter Unschönheit. Eine Selbstbefriedigungsszene macht die Geschichte auf. Der Akt erscheint als Dienstleistung, bestellt von Laura, einer Frau, die ihre Berührungsangst konfrontativ überwinden will. Zu diesem Zweck beschäftigt sie Sexarbeiter*innen.

Laura Benson spielt die ängstliche Abenteuerin im Neurosendschungel. Ist es die Angst vor Kontrollverlust, die sie von einer durchlässigen, an- und einnehmenden Sexualität trennt? Laura nutzt auch die professionell breitbeinige Einfühlung eines Sexmeisters im Lars von Trier-Stil. Sie teilt sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen mit Tomas (Lemarquis) und Christian (Bayerlein). Christian leidet unter Muskelschwund, er wirkt hymnisch-ungebremst erlebnisfähig. Seine fordernde Bedürftigkeit hat etwas Rauschhaftes, so als könne er in sich und in seinen Partner*innen eine überdurchschnittliche Glückspotenz freisetzen. Das macht es leichter, ihn zu beobachten als die starre Laura oder den gänzlich unbehaarten Christian, der aus einer Versteinerung zu brechen versucht.

Touch me not, Deutschland/Bulgarien/Frankreich. Regie: Adina Pintilie. Mit Laura Benson, Tomas Lemarquis, Christian Bayerlein

Eine Yogagemeinschaft aus Behinderten und nicht Behinderten liefert dem Film wiederkehrende Motive und föderale Zentren der Beruhigung. Dagegen geschnitten sind BDSM-Impressionen im Catwalk-Stakkato.

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