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17.04.2019, Jamal Tuschick

Die Morgensonne ist ein Brandbeschleuniger, der das Meer entzündet. - Der Lyriker Tom Schulz zeigt sich in „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“ als engagierter, beinah aktivistischer Zeigenosse. Das Politische greift nach dem Poetischen.

Unterspülte Kegelbahnen

Tom Schulz liest Laurynas Katkus

Unter einem aussichtslosen Himmel ein gesichtsloses Gedicht – Schulz baut Bildertürme. Er packt poetischen Sprachmörtel zwischen prosaische Bruchsteine. Der Lyriker erzählt wie ein Shortstoryteller den Schaum der Tage und ihre Milieus.

Tom Schulz, „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“, Gedichte, Hanser Berlin, 123 Seiten, 19,-

Er nimmt einen politischen Standpunkt ein. Er engagiert sich.

„Wer sich nicht engagiert, wird engagiert.“ Heiner Müller

Aus der Verlagsschau

Wach, präsent und von poetischer Schärfe: Tom Schulz’ neue Gedichte zeigen ihn als engagierten Lyriker, der den Blick nicht abwenden kann, nicht abwenden will von den Rissen und Verwerfungen unserer Welt. Keine Reisewarnung könnte ihn aufhalten, zu groß ist Tom Schulz’ Liebe zu diesem Planeten, der sich in immer rasanterem Tempo vom paradiesischen Zustand zu entfernen scheint. Wohin er sich auch lyrisch begibt, nach Medellín oder Venedig, in die Beinhäuser von São João oder zu den Plantagen von Tazacorte, ob in Strophen, in Prosa- oder in Kurzform – immer geht es ihm darum, den Regelkreis zu unterbrechen, „den Kreislauf aus Gier und Fertigteilen“, mit all der Sprachmacht, die ihm zu Gebote steht, Bewusstsein zu schaffen für die Schönheit und die Gefährdung der Welt.

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