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Textland 2026 – Hoffnung

TERMIN: Sonntag, 15. November 2026, 15–21 Uhr
ORT: Kulturcafé Windrose, Strackgasse 6, 61440 Oberursel
EINTRITT: Tageskarte: 15 €, erm. 10 €

TICKETS online über https://www.frankfurtticket.de/ Ticket-Hotline: 069 13 40 400 oder per E-Mail an
info@kulturcafe-windrose.de sowie an der Tageskasse des Kulturcafés Windrose.
www.kulturcafe-windrose.de

Seit seiner Gründung hat sich das Textland Literaturfest als feste Größe der Gegenwartsliteratur in Frankfurt und der Rhein-Main-Region etabliert. 2026 lädt es zum neunten Mal Teilnehmende und Publikum ein, sich unter dem Jahresmotto „Hoffnung“ mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen.

Sonntag, 15. November 2026, 15–21 Uhr
Lena Gorelik © Thomas Dashuber
Miryam Schellbach © Alexander Paul Englert

Einlass 14:30

15:00 Uhr – Lesung und Gespräch

Quelle der Hoffnung – Lena Gorelik: Alle meine Mütter. Moderation: Miryam Schellbach

In der ersten Bindung unseres Lebens tritt der ganze Kosmos menschlicher Beziehungen zutage. Lena Gorelik erzählt von einer besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung und auch davon, welche Mütter wir selbst zu sein versuchen. Wie wir manchmal scheitern, zweifeln, stolpern. Welche Ängste uns begleiten. Was uns bindet und prägt. Was es heißt, ungewollt Mutter oder nicht Mutter zu sein, ein Kind anzunehmen, zu verlieren oder nicht loslassen zu können. In der schier unauflöslichen Beziehung zu unseren Müttern zeigt sich ein großes Spektrum von Gefühlen, von Hoffnung bis Verzweiflung.

Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 nach Deutschland. Ihr Roman Hochzeit in Jerusalem war für den Deutschen Buchpreis nominiert, der Roman Mehr Schwarz als Lila für den Deutschen Jugendbuchpreis. Die Autorin ist vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik und dem Preis der Literaturhäuser (2026).

Miryam Schellbach ist Lektorin, Literaturkritikerin und Moderatorin. Sie war Jurorin des Leipziger Buchpreises, des Heinrich-Mann-Preises, des Wortmeldungen-Literaturpreises sowie des Edit Essaypreises. 2024 gab sie mit Lena Gorelik den Sammelband Trotzdem sprechen heraus. Seit 2022 ist Miryam Schellbach Programmleiterin des Claassen Verlags.


Shida Bazyar © Tabea Treichel
Miryam Schellbach © Alexander Paul Englert

16:00 Uhr – Lesung und Gespräch

Heimat als Hoffnung? – Shida Bazyar: Die Lücken. Moderation: Miryam Schellbach

Nach ihren Romanen über Exil und postmigrantische Gegenwart stellt Shida Bazyar in ihrem neuen Roman die Frage: Auf welchen Fundamenten bauen wir unsere Heimat? Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Das reicht von den jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.

Shida Bazyar wurde 1988 in Hermeskeil geboren, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ihr Debütroman Nachts ist es leise in Teheran (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum Inter­national Booker Prize. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.

Miryam Schellbach ist Lektorin, Literaturkritikerin und Moderatorin. Sie war Jurorin des Leipziger Buchpreises, des Heinrich-Mann-Preises, des Wortmeldungen-Literaturpreises sowie des Edit Essaypreises. 2024 gab sie mit Lena Gorelik den Sammelband Trotzdem sprechen heraus. Seit 2022 ist Miryam Schellbach Programmleiterin des Claassen Verlags.


Hayat Erdoğan © Nils Lucas
Aristotelis Agridopoulos © Sonja Schwarz

17:00 Uhr – Lesung und Gespräch

Hoffnung auf morgen – Hayat Erdoğan: Hauptsache kein Zeitgeist. Moderation: Aristotelis Agridopoulos

Ausgehend von dem verheerenden Erdbeben in der Türkei im Jahr 2023 breitet sich in Hauptsache kein Zeitgeist in aufregenden 24 Stunden die Gegenwart vor uns aus wie ein gewebter Teppich. Die Heldin des Romans ist eine Kosmopolitin und eine Migrantin. Sie übt sich in Affirmation und Meditation, bildet sich autodidaktisch in Sozialphilosophie und rollt auf einer Konferenz die Augen über die tristen Tropen der Wissenschaftler. Reist nach Triest und lernt John kennen, reist in die Vergangenheit und lernt sich selbst kennen. Will nicht modern sein und ist es doch.

Hayat Erdoğan ist Autorin, Dramaturgin, Kuratorin und Dozentin. Sie war Forschungsstipendiatin der James Joyce Stiftung in Zürich und Triest, Dozentin an der Zürcher Hochschule der Künste und leitete künstlerische Projekte zwischen London und Hong Kong. Sie wirkt an der Schnittstelle von Theater, Literatur, Theorie und politischen Erzählweisen. Hauptsache kein Zeitgeist ist ihr Debütroman.

Aristotelis Agridopoulos, geboren 1987 in Athen, studierte Philosophie, Sozialwissenschaften, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Siegen. Als politischer Theoretiker forschte und lehrte er an den Universitäten Heidelberg, Siegen und Gießen sowie am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Heute arbeitet er als Pädagoge.


Luca Mael Milsch © Anne Jahn
Antigone Akgün © Alexander Paul Englert

18:00 Uhr – Lesung und Gespräch

Neue Perspektiven. Neue Hoffnung – Luca Mael Milsch: Sieben Sekunden Luft. Moderation: Antigone Akgün

Jeden Morgen sitzt Selah auf der Veranda und wartet in die Stille hinein. Doch die gewünschte Einsamkeit wird unerwartet zur Triebfeder für Vergangenes und Verdrängtes, für tiefsitzende Wunden: Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, ist Selahs Beziehung zur Mutter bis ins Erwachsenenalter hinein von Erwartungsdruck, Schweigen und Scham geprägt. Wie kann man leben, wenn man erst lernen muss, mit sich selbst umzugehen? Und das unter den gesellschaftlichen Bedingungen von Misogynie, Queerfeindlichkeit, von sozialem und finanziellem Druck? Ein polyphoner Roman über Fragilität, die zur Stärke wird, und über die Suche nach der eigenen Geschichte.

Luca Mael Milsch studierte Literaturwissenschaften und arbeitet heute als Autor:in und Übersetzer:in in Berlin. Neben literarischen Übersetzungen aus dem Englischen und eigenen Lyrik- und Kurzprosaveröffentlichungen, kuratiert und moderiert they seit 2025 die Berliner Veranstaltungsreihe „Vorgemerkt“. Sieben Sekunden Luft ist Luca Mael Milschs Debütroman.

Antigone Akgün studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Griechische Philologie, Klassische Archäologie und Philosophie in Frankfurt sowie Dramaturgie (MA) an der Hessischen Theaterakademie. Sie arbeitet heute als Regisseurin, Autorin und Schauspielerin an deutschsprachigen Stadt- und Staatstheatern wie auch in der freien Szene.


Aileen Schneider © Yasmin Abbas

18:45 Uhr – Poetry Slam

Hoffnung als Spirit – Aileen Schneider mit einer Spoken Word Performance

Die preisgekrönte und studierte Opernregisseurin Aileen Schneider ist neben ihrer Hauptberufung am Theater auch Hessen-Meisterin und Rheinland-Pfalz-Vizemeisterin im Poetry Slam, Dramatikerin und Moderatorin. Seit 2021 erschafft sie sich ihre eigenen Superheldinnen-Charaktere für die deutschlandweiten Poetry Slam-Bühnen, auf denen sie regelmäßig persönliche Erfahrungen auf eine sozio-politische Ebene sublimiert. Ihre Themen bewegen sich zwischen augenzwinkernder Gesellschaftskritik und der tiefgehenden Analyse zwischenmenschlicher Vorgänge und Emotionen. Bei der Frankfurter Buchmesse 2024 stand sie mit ihrem Solo Spoken Word Programm auf der Literaturbühne von ARTE. Aileen Schneider arbeitet auch als Moderatorin und gibt Workshops für Kreatives Schreiben und Spoken Word Performance. In ihrem Buch Ich tu so als ob und du tust so als ob du‘s glaubst setzt sie sich mit den verschiedenen Kunstformen auseinander und zeigt, dass sie so unterschiedlich gar nicht sind.


Hendrik Bolz © Greta Baumann
Alice Hasters © Jana Edisonga

19:45 Uhr – Gespräch mit Lesepassagen

Hoffnung auf ein neues Wir – Hendrik Bolz (Aus Ruinen) und Alice Hasters (Anti-Opfer) im Gespräch

Der Musiker und Podcaster Hendrik Bolz und die Kulturjournalistin Alice Hasters blicken aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch auf unsere Gegenwart, in der Härte als zunehmend erstrebenswert gilt. Sie fragen: Was passiert mit einer Gesellschaft, in der viele Sensibilität und Verletzlichkeit verachten? Bolz tut dies vor der Folie seiner ostdeutschen Herkunft. Aufgewachsen in den Nullerjahren, gehörten für ihn Nazis, Drogen und Gewalt zum Alltag. Er fühlte sich angezogen von der rechten Subkultur, aus der er sich langsam lösen konnte.
Hasters verknüpft den aktuellen kulturellen Wandel mit dem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus und bringt den neuen Begriff des Anti-Opfers ins Spiel. Anti-Opfer als Menschen, die sich in ihrer Dominanz bedroht fühlen und sich gegen die Gerechtigkeitsansprüche von Feminist:innen, Antirassist:innen oder queeren Communities wehren.

Hendrik Bolz und Alice Hasters sind beide Hosts erfolgreicher Podcasts und haben Bestseller vorgelegt. Hasters erstes Buch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten belegte Platz 5 der Jahresbestsellerliste Sachbuch im Paperback 2020. Bolz‘ Debüt Nullerjahre wurde wegen seiner sprachlichen Wucht und dem schonungslosen Blick auf die Nachwendezeit im Osten gefeiert.

 


Programmheft Oberursel Textland 2026

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Büchertisch der Buchhandlung Libra

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Veranstalter: Förderkreis Frankfurt e. V. – Kultur & Diskurs

In Kooperation mit der Stadt Oberursel/Taunus

Gefördert von: