TERMIN: Samstag, 21. November 2026, 15–21 Uhr
ORT: Haus an der Marktkirche, Schlossplatz 4, 65183 Wiesbaden
EINTRITT: Tageskarte: 15 €, erm. 10 €
TICKETS im Vorverkauf online über https://www.frankfurtticket.de/, Tickethotline: 069-13 40 400 oder E-Mail an dekanat.wiesbaden@ekhn.de sowie an der Einlasskasse im Haus an der Marktkirche
www.dekanat-wiesbaden.de
Seit seiner Gründung hat sich das Textland Literaturfest als feste Größe der Gegenwartsliteratur in Frankfurt und der Rhein-Main-Region etabliert. 2026 lädt es zum neunten Mal Teilnehmende und Publikum ein, sich unter dem Jahresmotto „Hoffnung“ mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen.
Einlass ab 14:30 Uhr
15:00 Uhr – Keynote, Lesung und Gespräch
Seit nunmehr 16 Jahren nimmt Andreas Maier unter dem Titel „Ortsumgehung“ auf eine autofiktionale Reise durch seine hessische Familien- und Heimatgeschichte mit. Der im vergangenen Jahr erschienene Band Der Teufel entführt in die Welt der Guten und der Bösen in den siebziger und achtziger Jahren. Ebenso abgründig wie boshaft und witzig beschreibt er hier erste Sexerfahrungen bei Räucherkerzenduft in einer vom Blauen Bock, dem ersten Golfkrieg, endlosen Meinungskontroversen und Überblickverlust geprägten Zeit. Für Deutschlandfunk Kultur Rezensentin Andrea Gerk ist es Andreas Maier einmal mehr gelungen, aus scheinbar Alltäglichem humorvoll, unsentimental und poetisch ein tiefgründiges Zeitpanorama zu entwickeln. Man könne sich nur wünschen, diese Ortsumgehung möge niemals enden. Dieser Wunsch bleibt wohl unerfüllt. Der Autor hat seit langem geplant sein Romanprojekt 2027 mit dem elften Band Der liebe Gott abzuschließen.
Andreas Maier ist 1967 in Bad Nauheim geboren und studierte Philosophie, Germanistik und Altphilologie. Den 2010 begonnenen Romanzyklus „Ortsumgehung“ wird er im kommenden Jahr mit dem letzten Band unter dem verheißungsvollen Titel Der liebe Gott besiegeln. Für seine Ortsumgehung-Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Arno-Schmidt-Stipendium, dem Hugo-Ball- und dem Wilhelm-Raabe-Preis.
17:00 Uhr – Lesung und Gespräch
Ruth und ihre fünfzehnjährige Tochter Lea leben schon seit Jahren in einer familiären Ausnahmesituation, die beide überfordert: Während Ruth ihren im Sterben liegenden Mann aufopferungsvoll pflegt und darüber sich selbst und ihre Tochter vernachlässigt, möchte Lea endlich wieder Normalität und ein unbeschwertes, jugendliches Leben führen. Kavouras‘ Romandebüt erzählt sehr direkt, mal mit feiner Ironie, mal zärtlich und poetisch von einem zutiefst schmerzlichen Grenzbereich, in dem aber immer wieder Hoffnung aufscheint: Sterben ist kein Abschied, sondern Verwandlung, und der Tod ermöglicht einen neuen Blick auf das Leben.
Nefeli Kavouras studierte Kulturwissenschaften und arbeitet für den mairisch Verlag. Sie kuratiert das Literaturprogramm der „altonale“ und organisierte einige Literaturfestivals. „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ war für den Debütpreis der lit.cologne nominiert. 2026 wurde sie mit dem Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg für die Arbeit an ihrem zweiten Roman ausgezeichnet.
Aristotelis Agridopoulos, geboren 1987 in Athen, studierte Philosophie, Sozialwissenschaften, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Siegen. Als politischer Theoretiker forschte und lehrte er an den Universitäten Heidelberg, Siegen und Gießen sowie am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Heute arbeitet er als Pädagoge.
17:45 Uhr – Poetry Slam
Mali Carillo ist seit einigen Jahren als Poetry Slammerin sehr erfolgreich: 2024 wurde sie in der Kategorie U20 zur deutschsprachigen Meisterin gekürt, 2025 zur Hessenmeisterin. Ihre Texte sind gesellschaftskritisch und politisch, mit mitreißenden Wortspielen und präzisen Reimen versetzt sie ihr Publikum für kurze Zeit in eine andere Welt.
Aileen Schneider ist eine preisgekrönte Opernregisseurin, Autorin, Moderatorin und Spoken Word Poetin. Sie arbeitete u.a. an der Oper Frankfurt, wo sie mit großem Erfolg „Melusine“ von Aribert Reimann inszenierte. Sie moderiert den „Dead vs. Alive“-Poetry Slam am Schauspiel Frankfurt sowie Lesungen für den Hessischen Literaturrat und das Textland Literaturfest.
18:45 Uhr – Lesung und Gespräch
Der sozialkritische Blick auf die Gesellschaft und die in ihr Marginalisierten, das feine Gespür für Ungerechtigkeiten und brüchige Identitäten eint Helene Hegemann und Feridun Zaimoglu und findet Ausdruck in ihrer Literatur. Das Schicksal der Ausgegrenzten und die diffusen Abstiegsängste der „Normalen“ beschreibt Hegemann eindringlich in ihrem neuen Roman Striker, in dem die Kampfsportlehrerin N auf Ivy triff; eine junge Obdachlose, die sich auf bedrohliche Art und Weise in ihr Leben drängt. Hegemann und Zaimoglu sprechen über den Balanceakt zwischen Hoffen und Scheitern im persönlichen Leben und in einer von Ungleichheit geprägten Welt.
Helene Hegemann, 1992 geboren, debütierte 2010 mit dem Roman Axolotl Roadkill, der in 20 Sprachen übersetzt wurde. Mit Jage zwei Tiger und Bungalow, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war, folgten zwei weitere Romane. Hegemann inszeniert auch für Oper, Theater und Film.
Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatolischen Bolu geboren, seine Heimatstadt aber ist Kiel. Er schreibt außer seinen zahlreichen preisgekrönten Büchern auch Theaterstücke und Drehbücher, ist bildender Künstler und Kurator und beteiligt sich an politischen Debatten.
Leon Joskowitz arbeitet er als freier Autor, Ethiklehrer, Kurator und Moderator. Sein literarisches Sachbuch Vom Kochen und Töten erschien 2023. 2024 wurde seine musikalische Erzählung Džemila und Jehuda Bel Air in Griechenland und Deutschland aufgeführt.
Programmheft Wiesbaden Textland 2026
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Büchertisch der Buchhandlung Vaternahm
Catering von Inge Hoffmann im Raum
Veranstalter: Förderkreis Frankfurt e. V. – Kultur & Diskurs
In Kooperation mit dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden