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28.09.2019, Jamal Tuschick

Gestern Abend stellten die Erfinderinnen und Macherinnen des African Book Festivals, die InterKontinental-Agentinnen Stefanie Hirsbrunner und Karla Kutzner den Kurator des #ABF 2020 - Kalaf Epalanga - in ihrer auf afrikanische Literatur spezialisierten Buchhandlung „InterKontinental“ zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.

Telling the Origin Stories

Karla Kutzner, Kalaf Epalanga, Venice Trommer

Von links: Karla Kutzner, Kalaf Epalanga, Stefanie Hirsbrunner

Stefanie Hirsbrunner in ihrem african book store im Boxhagener Kiez

Nun ist es raus: Das African Book Festival 2020 wird nach zwei Jahren im „Babylon“ einen neuen Schauplatz erhalten – die Villa Elisabeth in der Invalidenstraße – Und: Der Musiker und Autor Kalaf Epalanga wird Kurator des nächsten ABF, das vom 17.-19. April 2020 zum dritten Mal die Stars der afrikanischen Literatur in die Hauptstadt holt. Gestern Abend präsentierte Epalanga in der Buchhandlung InterKontinental seine Programmideen.

Der Angolaner Epalanga lebt in Lissabon und Berlin. In den 90er Jahren gründete er die Musikgruppe Buraka Som Sistema, die dem Kuduro, einer angolanisch-elektronischen Clubmusik, auf den Tanzflächen weltweit zum Durchbruch verhalf.

Epalanga schrieb als literarischer Kolumnist für die große portugiesische Tageszeitung O Público. Ausgewählte Kolumnen erschienen 2011 unter dem Titel Estórias de Amor para Meninos de Cor (dt.: Liebesgeschichten für farbige Kinder) sowie 2014 unter dem Titel O Angolano que comprou Lisboa (por metade do preço) (dt.: Der Angolaner, der Lissabon zum halben Preis kaufte) in Buchform.

Zuletzt erschien Epalangas Debütroman Também os Brancos Sabem Dançar (dt.: Auch die Weißen können tanzen, Editorial Caminho, 2017), der in der gesamten lusophonen Welt hoch gelobt wurde.

Nachdem das Festival 2018 unter der künstlerischen Leitung der deutsch-nigerianischen Schriftstellerin Olumide Popoola mit dem Titel „Writing in Migration“ sehr erfolgreich anlief, fokussierte 2019 Tsitsi Dangarembga als Kuratorin „Transitioning from Migration“ Simbabwe. 2020 wird Epalanga nun Angola unter dem Titel „Telling the Origin Stories“ ins Zentrum rücken. Besonders wichtig ist ihm die Einbeziehung des portugiesischen Sprachraums. Epalanga unterbricht die Repräsentationsdominanz der anglo- und frankophonen afrikanischen Literatur in Europa. Sein Bestreben ist es, über den postkolonialen Kontext hinauszugehen.

„Die Literatur hat die Kraft, Grenzen zu überwinden.“

Mich erinnert das an einen Satz von Amos Oz: Versuchen Sie doch mal, ein Buch aufzuhalten.

Nachrichten aus Schwarzen Parallelräumen

Epalanga sieht gewaltige Spielräume in Brasilien: in einem zwar außerafrikanischen, jedoch nicht diasporischen Zusammenhang.

„Die afrikanischen Identitäten gehen weit über den afrikanischen Kontinent hinaus.“

Epalanga überraschte mit der Feststellung, das ABF habe eine Schutzfunktion. Die internationale Aufmerksamkeit mache die Autor*innen in ihren Heimatländern „unantastbar“. Epalanga sprach von einem Survival Act.

Weiter aus dem offiziellen Verkündungstext

Über 1.500 Literaturbegeisterte besuchten die letzte Ausgabe des Festivals und sahen Vorträge, Lesungen, Interviews und Podiumsdiskussionen. Das Festivalprogramm wird in jedem Jahr von einer anderen literarischen Persönlichkeit vom afrikanischen Kontinent gestaltet, was zur Folge hat, dass immer neue Akzente in den Gesprächen gesetzt werden, während mit einer wechselnden regionalen, sprachlichen und kulturellen Fokussierung der immensen Vielseitigkeit Afrikas Rechnung getragen wird. Über die Begeisterung für Literatur verbindet das Festival Menschen in Europa und Afrika und schafft Raum für interkulturellen Dialog auf Augenhöhe. Das Festival ermöglicht einen Perspektivwechsel und Austausch, der im Berliner Raum einzigartig ist.

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