MenuMENU

zurück zu Main Labor

08.11.2019, Jamal Tuschick

Immer auf dem Laufenden mit dem Mainlabor! - „Sundays for Hong Kong“ ist eine Kino-Intervention im Berliner Gropiusbau. Ziel ist es, durch die Präsentation von weniger bekannten, beispielhaften Dokumentar- und Spielfilmen bemerkenswerter Filmemacher*innen aus Hongkong eine Reihe der vielschichtigen Hintergründe von Kultur, Geschichte und Lebenswirklichkeit der früheren britischen Kronkolonie zu beleuchten. Am 10.11. sehen wir erst den von Ying Liang 2014 gedrehten Film „A Sunny Day“ und dann die 2004 entstandende Kurosawa-Hommage „Throw Down“ von Johnnie To. Die Aufführungen finden ab 16 Uhr im Gropiuskino statt. Der Eintritt ist frei.

Vom Leben besiegt

Nichts weniger als ein Schisma - Chinesische Judoka spielen in „Throw Down“ die Hauptrollen. Die Kurosawa-Hommage konterkariert die in chinesischen Eastern notorischen (von Hass hochgefahrenen, alles Japanische und so auch den Bushido angreifenden) Herabsetzungsorgien.  

Ying Liang/A Sunny Day

Aus der Ankündigung

Hongkong am 28. September 2014. An diesem frühen Sonntagmorgen beginnt die „Occupy Central-Bewegung“ gemeinsam mit der „Love and Peace-Bewegung“ ein Sit-In im Stadtbezirk Central. Später am selben Tag setzt die Polizei Tränengas gegen die Prostestierenden ein, die sich mit Regenschirmen zu schützen versuchen. Diese Angriffe veranlassen bis zu einhunderttausend Bürger*innen der Stadt dazu, sich den Straßenprotesten in den folgenden Tagen massenweise anzuschließen.

An diesem denkwürdigen Sonntagmorgen besucht eine junge Frau ihren Vater, den sie länger nicht gesehen hat. Eigentlich will sie mit ihm zu Mittag essen, aber dann erreicht die Regenschirm-Bewegung einen kritischen Punkt.

Johnnie To/Throw Down

Aus der Ankündigung

Die Figuren in „Throw Down“ sind allesamt Verlierer, aber sie tragen eine tiefe Harmonie in sich, die zwar scheinbar unmöglich, aber trotzdem quicklebendig ist. Da sind der Ex-Judochampion, dessen Leben ein einziges Missgeschick ist (Louis Koo), eine wunderschöne, mittellose Sängerin ohne jegliche Hoffnung auf Ruhm und Erfolg (Cherrie Ying) und ein junger Sportler (Aaron Kwok), der Herausforderungen annimmt, um zu überleben und der vor allem gegen die Hoffnungslosigkeit selbst ankämpft.

Kampfkunst war zwar im Hongkong-Kino schon immer sehr beliebt, aber ein Judofilm ist doch eine Rarität. In dieser ruhigen Ode an Männer und Frauen, die vom Leben besiegt an den Rändern der Gesellschaft leben, finden wir eine der erstaunlichsten Szenen, die To jemals gedreht hat: die Flucht aus einer Spielhölle, eine Aktion-Szene, die immer wieder stoppt und startet, mit dem Rhythmus, der Abstraktion, der Menschlichkeit und dem Szenenbild eines Hollywoodmusicals aus den 1950er Jahren.

 

Newsletter bestellen
Textland auf Facebook
Karten bestellen