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24.12.2019, Jamal Tuschick

„Schalom Aleikum“: Der vom Zentralrat der Juden in Deutschland initiierte Jüdisch-Muslimische Dialog dient, so Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, „dem friedlichen Miteinander über Religionsgrenzen hinweg“.

Citoyen statt bloß Bourgeois

Staatsministerin Widmann-Mauz, die „Schalom Aleikum“ im Auftrag der Bundesregierung begleitet, traf den Nagel auf den Kopf:

„Alle dürfen Deutschland gern verlassen“, die sich an Juden in Deutschland stören. Zweifellos verstanden alle Zuhörer*innen die Anspielung auf den von wenigstens einem Rechtsextremisten ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der bei passender Gelegenheit besorgten Wutbürgern freigestellt hatte, Deutschland zu verlassen, da ihnen der Regierungskurs in der Flüchtlingsfrage so offensichtlich nicht passe.  Widmann-Mauz vehement: „Wir brauchen den Citoyen.“ – Den zivilgesellschaftlich engagierten, der Niedertracht mit eiserner Stirn Einhalt gebietenden Bürger.

Dies ist ein historischer Auftrag, dem „wir im Alltag gerecht werden müssen“.

„Nicht selbstverständlich“ findet es der Präsident des Zentralrates der Juden Josef Schuster „in diesen Zeiten über eine interreligiöse Begegnung zu schreiben“.

Dem überkonfessionellen Dialog Raum gibt auch die Seniorenschrift „Mutige Entdecker bleiben“. Der Band versammelt Porträts jüdischer und muslimischer Bürger in Deutschland, deren Herkunftsgeschichten Nachrichten aus aller Welt verkünden.

Schalom – Salam: Die phonetische Nähe weist den Weg in ein etymologisches Unterholz der Gemeinsamkeiten auf einer Folie biografisch-geografische Diversität etwa zwischen Riga, Lahore und Bielefeld.

Juden und Muslime verbinden „eine lange gemeinsame Geschichte“, wie Schuster in seinem Grußwort hervorhebt. „Ablehnung und Hass“ hingegen sind Folgen von „Unkenntnis und Unverständnis“.

Schuster schließt mit der Hoffnung, dass im Bergwerk der Verständigung Ängste abgebaut werden.

Schuster forderte auf dem Gemeindetag 2019 in Berlin: „Wir brauchen nicht nur einen Ausstieg aus der Kohle, sondern auch einen Ausstieg aus Rassismus und Antisemitismus!“

Der Präsident des Zentralrates der Juden Josef Schuster (links) betonte bei der Präsentation von „Mutige Entdecker bleiben“ auf dem Gemeindetag 2019 in Berlin die Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Muslime. Schuster weiß genauso gut wie der aktivistische Gemeindenachwuchs um Max Czollek (mit Adi Keissar): Wo Muslime angefeindet werden, sind auch Juden in Gefahr. Im Grunde ist der aktuelle europäische Antiislamismus nur eine Coverversion des Antisemitismus – sein Angelus Novus, um ein Wort von Walter Benjamin über die visionäre Malerei von Paul Klee ins Spiel zu bringen.

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, erklärte zu dem Dialogformat „Schalom Aleikum“:„Wir erheben den Anspruch, einen gesellschaftlichen Kompass für ein Schlüsselerlebnis der deutschen Gegenwart zu schaffen: Den jüdisch-muslimischen Dialog.“

Dieses Gespräch soll „präventiv (gegen Gewalt) wirken“. Botmann betonte, dass in der in Rede stehenden Auswahl „keine Funktionäre“ zu Wort kommen, sondern „der Dialog an der Basis“ dokumentiert wurde.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz erklärte auf dem Gemeindetag 2019: „Die Sicherheit der Juden in Deutschland ist Staatsräson.“

Widmann-Mauz, die „Schalom Aleikum“ im Auftrag der Bundesregierung begleitet, traf den Nagel auf den Kopf:

„Alle dürfen Deutschland gern verlassen“, die sich an Juden in Deutschland stören. Zweifellos verstanden alle Zuhörer*innen die Anspielung auf den von wenigstens einem Rechtsextremisten ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der bei passender Gelegenheit besorgten Wutbürgern freigestellt hatte, Deutschland zu verlassen, da ihnen der Regierungskurs in der Flüchtlingsfrage so offensichtlich nicht passe. Widmann-Mauz vehement: „Wir brauchen den Citoyen.“ – Den zivilgesellschaftlich engagierten, jedweder antisemitischen Niedertracht mit eiserner Stirn Einhalt gebietenden Bürger.

Dies ist ein historischer Auftrag, dem „wir im Alltag gerecht werden müssen“.

Widmann-Mauz: „Ich möchte den Tag erleben, an dem kein Wachschutz vor jüdischen Kindergärten steht.“

Klare Haltung – Konsequentes Handeln

„Es reicht nicht aus, Antisemitismus zu verurteilen, es geht darum, Antisemitismus zu verhindern.“

„Antisemitische Hetzer*innen haben in Deutschland nirgendwo Hausrecht.“

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